Grazer Akademischer Gesangverein (Gothia)

1863 in Graz gegründeter Männergesangsverein

Der Grazer Akademische Gesangverein, auch Deutscher Akademischer Gesangverein (DAGV), wurde 1863 als couleurstudentischer Männergesangsverein in Graz gegründet. Bald wurden auch Frauen zur Unterstützung bei den Aufführungen von großen Chorwerken eingeladen, ab den 1880er Jahren meist jene des Grazer Singvereins. 1911–14 bestand ein eigener Frauenchor des DAGV. Im 1946 gegründeten Gesang- und Orchesterverein der Grazer Hochschulen (ab 1950 Akademischer Gesang- und Orchesterverein [AGOV]) gab es männliche und weibliche Mitglieder. 1952 übernahm der Akademische Gesang- und Orchesterverein die Tradition der Sängerschaft Gothia und wurde zur Akademischen Sängerschaft Gothia, die heute aus einem Männer- und einem gemischten Chor besteht. Zu den Chormeistern zählen u. a. J. N. Fuchs (1863), F. Schlechta (1863–86 und 1889–91, Ehrenchormeister 1888), E. Schuch (Stv. 1864/65), R. Heuberger (Stv. 1876–78), V. Zack (1888/89 und 1891–1905, Ehrenchormeister 1905), R. Wickenhauser (1905/06), J. Weis-Ostborn (1906–22, Ehrenchormeister 1923), O. Krischke (1922–26 und 1933–35), H. Gretler (1926–29), R. Weis-Ostborn (1930–33), L. Kelbetz (1936–38), F. Oberborbeck (1941–45), H. G. Kortschak (1948–50), Otto Zettl (1959–69, Ehrenchormeister 1969), G. Koller (1969–70) und Herbert Posedu (1970–80). Das Kammerorchester wurde von Rolf Ostheim (1948–51), Manfred Ortner (1951–54), Gerhard Mandl (1957–59) und A. Winkler (1960–62) geleitet. Als Gastdirigenten fungierten u. a. J. Sucher, R. Mojsisovics-Mojsvár, O. Kabasta, H. Legat, K. Rankl, R. Moralt, A. Lippe, M. Kojetinsky und F. Luisi. Bekannte Mitglieder waren u. a. E. Komauer, J. Mödlinger, S. Rosegger, M. Schönherr, L. Uray, Gerold Walzl (1901–88) und H. Weis-Ostborn. Der Grazer Akademische Gesangverein brachte einige Werke von u. a. W. Mayer-Rémy, W. Kienzl, S. Rosegger, J. Marx, H. Holenia und E. L. Uray zur Uraufführung und führte Werke wie L. v. Beethovens Missa solemnis 1866, Ch. W. Glucks Orpheus und Eurydike 1867, G. Verdis Missa da Requiem 1875, G. F. Händels Joshua 1889, A. Bruckners f-Moll-Messe 1907, G. Mahlers Klagendes Lied 1910, seine 2. Symphonie und Das Lied von der Erde 1912 sowie seine 8. Symphonie 1914, H. Pfitzners Von deutscher Seele 1923 und G. Verdis Quattro Pezzi Sacri 1954 erstmals in Graz auf. Neben Chorwerken von der Renaissance bis zur Moderne gehören v. a. Volks- und Studentenlieder zum Repertoire. Chorfahrten führten ins In- und Ausland, einige Tonträger wurden aufgenommen; die Josef-Krainer-Schule in Großwalz bei Leutschach/St und der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein in Reschitza (Reşiţa/RO) werden unterstützt.

Ehrungen

  • Siegespalme beim ersten deutsch-akademischen Sängerfest in Salzburg 1892
  • zweiter Preis bei den Tagen Internationaler Chormusik in Verona/I 1989
  • „Sehr gut“ für den Männerchor beim Wertungssingen des Steirischen Sängerbundes 2003
  • „Gut“ für den gemischten Chor beim Wettbewerb Austria cantat Graz 2006

Werke

Alben: G. F. Händel – Dettinger Te Deum 1993, Gaudeamus in Graz 2023, Bruckner vokal 2025, Student sein in Graz 2025, Träumend sah vom Schlossberg nieder 2025, 150. Stiftungsfestkonzert, Teil I 2026.

Literatur

  • Sängerschaft Gothia, www.gothia-graz.at (22.4.2026)
  • Mitt. Reinhold Reimann (22.4.2026)
  • eigene Recherchen

Abbildungen

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

16.9.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „Grazer Akademischer Gesangverein (Gothia)“ (16.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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