Mayer, Wilhelm (Pseud. W. A. Rémy)

* 10.6.1831 Prag, † 23.1.1898 Graz

Komponist und Musiklehrer

Trat 1846 in die Prager Orgelschule ein und bildete als Benjamin mit A. W. Ambros als Flamin und E. Hanslick als Renatus einen jungromantischen Freundeszirkel. Nach Abschluss des Jus-Studiums (Dr. 1856) trat er in den Staatsdienst ein, zuerst in Budapest (wo er auch auf F. v. Hausegger traf), dann in Wien. 1862 wurde er als artistischer Direktor des Musikvereins für Steiermark nach Graz berufen, wo er ein erfolgreiches Wirken und sich auch als Komponist durchzusetzen begann. 1870 zog er sich von den offiziellen Pflichten zurück, um sich ganz seinem Schaffen und den Kompositionsschülern widmen zu können. Zu Letzteren gehörten u. a. F. Busoni, R. Heuberger, W. Kienzl, E. N. v. Reznicek, S. Rosegger, F. v. Weingartner. Seine Lehrmethode wurde nicht nur von mehreren Schülern nachträglich geschildert, sondern ist einer umfangreichen Mitschrift einer Schülerin (Amalia Schormann, geb. Aigner, 1871–1959), die im Grazer Institut für Musikwissenschaft aufbewahrt wird, zu entnehmen. Als Komponist und Mensch war er nach den Worten Hauseggers ein Romantiker. Seine Frau Emmy trat in Graz auch als Konzertsängerin auf.

Gedenkstätten

  • Remygasse (Graz IV)

Ehrungen

  • Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens 1887

Werke

5 Symphonien, Orchesterphantasie Wildfeuer, Konzert-Ouvertüre, Konzert-Oper (Waldfräulein, T: nach Joseph Christian v. Zedlitz), Chorwerke (Östliche Rosen nach Friedrich Rückert, Slawisches Liederspiel nach Siegfried Kapper), Lieder, Klavierwerke.

Literatur

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Mayer, Wilhelm (Pseud. W. A. Rémy)“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d91a (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.