Das Projekt
Das oeml heute
Das Österreichische Musiklexikon (oeml) ist ein digitales Nachschlagewerk zur österreichischen Musik in all ihren Ausprägungen, wobei ‚Österreich‘ in zentraleuropäischer Dimension gemäß seiner historischen Entwicklung verstanden wird. Ziel ist ein multimediales Online-Lexikon (mit Abbildungen und Tonbeispielen) für ein möglichst großes, an Österreich und seiner Musik in Vergangenheit und Gegenwart interessiertes Publikum. Es ist seit 2002 online und wird seither ständig erweitert und aktualisiert. Seine Redaktion ist Teil der Abteilung Musikwissenschaft des Austrian Centre for Digital Humanities (ACDH) an der ÖAW. Derzeit umfasst das oeml über 10.000 Artikel (Personen-, Sach- sowie topographische Artikel).
2026 erfuhr das oeml, das bis dahin auf einem vom Verlag der ÖAW zusammen mit dem IICM entwickelten Informationssystem beruhte, einen signifikanten Relaunch.
Geschichte des oeml
Eine erste Beschlussfassung erfolgte bereits 1946, detailliertere Pläne stammen aus den 1970er Jahren. Die konkrete Realisierung des Lexikons erfolgte ab 1999 unter Rudolf Flotzinger, dem damaligen Obmann (1999–2006) der vormaligen Kommission für Musikforschung.
Als erste inhaltliche Basis für die Lemmataliste diente das Register der dreibändigen Neuauflage der Musikgeschichte Österreichs (hg. v. Rudolf Flotzinger und Gernot Gruber 1995), wodurch von Anfang an über ein rein biographisches Lexikon hinausgegangen wurde. Es folgten Adaptionen und Erweiterungen der Stichwortliste nach Maßgabe eines hinreichenden Österreich-Bezugs (da kein allumfassendes enzyklopädisches Nachschlagewerk zur Musik intendiert ist). Der historisch komplexe Österreich-Begriff wird weit gefasst, Österreich(-Ungarn) in seiner jeweiligen historischen Dimension ebenso im Auge behalten wie Auslandsösterreicher:innen oder Exilant:innen. Chronologisch werden im oeml keine Grenzen gesetzt, berücksichtigt wird prinzipiell der gesamte Zeitraum von der Prähistorie bis zur Gegenwart. Auch ‚Musik‘ wurde von Anfang an im weitesten Sinne verstanden.
Als Autor:innen fungierten ursprünglich (2000–2006) zusätzlich zum internen Redaktionsteam – Barbara Boisits, Christian K. Fastl, Andrea Harrandt, Uwe Harten, Elisabeth Th. Hilscher, Monika Kornberger, Alexander Rausch, Stefan Schmidl – renommierte Wissenschaftler:innen des In- und Auslandes, die als Spezialist:innen des jeweiligen Sachgebietes gewonnen werden konnten. Artikel, die Orte, Regionen bzw. Länder außerhalb des heutigen Österreich betreffen (z. B. Böhmen, Mähren, Deutschland u. a.) wurden im Regelfall in Ko-Autorschaft von österreichischen und aus dem jeweiligen Land stammenden Autor:innen verfasst, womit eine Innen- und Außenperspektive umgesetzt werden konnte.
Abgesehen von der inhaltlichen Konzeption, die sowohl national als auch international keine vergleichbaren Vorbilder hatte, war ein wesentliches Merkmal des Projektes, das Lexikon angesichts der rasanten Entwicklung des Internets nicht nur als Buch zu veröffentlichen. Gemeinsam mit dem Verlag der ÖAW wurde ein zukunftsorientiertes technisches Konzept entwickelt, das, basierend auf XML, eine gleichzeitige Online-Stellung der Artikel ermöglichte. Und so ging das oeml im Jahr 2002 gleichzeitig mit dem ersten Band der Printversion online.
In den Jahren 2002 bis 2006 erschien jährlich ein Band der Printversion, die insgesamt rund 7.500 Artikel umfasst. Dank der Onlineversion konnten für die Printversion zu umfangreich geratene Artikel in ihrer vollen Länge publiziert werden, während im Druck nur eine gekürzte Fassung erschien. Davon wurde v. a. ab Band 3 (Km–N, 2004) verstärkt Gebrauch gemacht. Auch konnten im weiteren Verlauf der Lexikonarbeit aus Platzgründen vermehrt ganze Artikel nur mehr online publiziert werden, da am Konzept einer fünfbändigen Printversion festgehalten werden musste. Das Register zur Printversion erschien im Jahr 2008 als CD-ROM. Seit Abschluss der Printversion (2006) wird das oeml, das von Anfang an als Work in Progress konzipiert worden war, ständig aktualisiert bzw. um neue Artikel erweitert. Mit 1. November 2021 übernahm Barbara Boisits die Herausgeberschaft von Rudolf Flotzinger.
