Kortschak, Familie

Musikpädagogen und Musiker

Johann: * 27.5.1849 Leibnitz/St, † 3.2.1934 Graz. Musikpädagoge und Komponist. Spielte in der Jugend Violine und Waldhorn, wurde dann Lehrer und studierte daneben Violine und Musiktheorie (bei W. Mayer) in der Schule des Steiermärkischen Musikvereins in Graz. An verschiedenen Orten in der Steiermark war er als Organist und Regens chori tätig. Ab 1876 unterrichtete K. an der Lehrerbildungsanstalt in Graz Gesang, Violine und Klavier. An der Odilien-Blindenanstalt lehrte er 1881–88 Musik. 1886 gründete er eine eigene MSch. Nach dem Ruhestand (1908) war er weiter pädagogisch tätig und gründete eine Land-MSch. in Graz-St. Veit.

Gedenkstätten

  • Kortschakweg (Graz)

Ehrungen

  • Regierungsrat 1923

Werke

Maxerl-Polka; Steirische Lieder u. Tänze für versch. Besetzungen; Der kleine Künstler für V. u. Kl.; Aus der grünen Steiermark (Lieder u. Tänze).

Schriften

Seine Söhne

Hugo: * 24.2.1884 Graz, † 19. [F-A: 20.] 9.1957 Honolulu/Hawaii. Geiger und Dirigent. Studierte in Graz am Steiermärkischen Musikverein (bei E. W. Degner) und seit 1903 in Prag (Violine bei O. Ševčik und Komposition bei A. Dvořák. 1905 wurde er Geiger im Berliner Philharmonischen Orchester. 1906 ging er zu Hugo Heermann nach Frankfurt am Main/D, wo er in dessen Meisterschule und Streichquartett mitwirkte. Herrmann nahm ihn 1907 nach Chicago/USA mit, wo er im Chicago Symphony Orchestra spielte und ein eigenes Quartett (Berkshire Streichquartett) gründete. 1912/13 Konzertreise nach Deutschland und Österreich. 1917 wurde K. Leiter der Musikabteilung der Yale University (New Haven/USA) und Vorstandsmitglied des Oxford Conservatory in New York. Weiters dirigierte er das dortige Symphonieorchester. Ab 1952 war er in Honolulu v. a. pädagogisch tätig.

Hans (Johann): * 9.2.1881 Graz, † 25.2.1968 Graz. Violoncellist. War Sängerknabe im Stift Admont und studierte in Graz Violoncello. Spielte ab 1919 u. a. im Urania-Quartett bei L. Suchsland. Rief die sog. Volkstümlichen Musikabende ins Leben, die in der Steiermark und in Kärnten großes Interesse fanden. Während des Zweiten Weltkriegs leitete K. die Landes-Taubstummenanstalt. Danach unterrichtete er an den MSch.n in Leibnitz/St und Frohnleiten/St. In Graz war er in verschiedenen Orchestern, Kirchenchören, beim Rundfunk und als Privatmusiklehrer tätig. Zu seinen Schülern gehörte N. Harnoncourt.

Ehrungen

  • Prof.-Titel 1932

Dessen Sohn

Hans Georg: * 9.12.1910 Graz, † 5.6.1998 Graz. Bratschist und Musiklehrer. Erhielt in Graz Musikunterricht von seinem Großvater, L. Suchsland, K. Krehahn, H. v. Schmeidel und M. Soldat-Röger. An der Staatlichen Hsch. für Musikerziehung in Berlin studierte er Violine, Gesang und Komposition (Lehrbefähigung 1939). Dort war er auch kurz Assistent, ging dann nach Frankfurt an der Oder und 1939 nach Leibnitz/St, wo er Direktor der MSch. wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde K. Solo-Bratschist im Grazer Opernorchester und im Philharmonischen Orchester. Seit 1959 unterrichtete er an einem Gymnasium in Graz.

Ehrungen

  • Prof.-Titel 1962

Literatur

  • StMl 1962–66
  • [Kat.] Musik i. d. St. 1980
  • ÖBL 4 (1969)
  • F-A 1 (1974)
  • Slg. Moißl
  • Mitt. Archiv MUniv. Graz u. Diözesanarchiv Graz

Abbildungen

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

4.9.2024

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Kortschak, Familie“ (4.9.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d598 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.