Stelzer, Mimi (eig. Hermine Rosa Johanna)

* 13.12.1900 Wien, † 14.6.1957 Wien

Soubrette, Schauspielerin

Tochter eines Amtsdieners. Besuchte die Operettenschule Grüneke und begann ihre Karriere 1919 als Soubrette am Wiener Lustspieltheater, wo sie in mehreren Operetten die Hauptrolle übernahm. 1920/21 trat sie daneben auch in Operetteneinaktern in den Künstlerspielen Pan und dem Kabarett Hölle auf. Danach ist sie erst 1926 wieder greifbar. Kolportierte Engagements am Theater an der Wien und am Gärtnerplatztheater in München sind nicht verifizierbar. 1926–30 spielte sie am Wiener Stadttheater Jablonec nad Nisou/CZ, die erste Saison noch als Gast. 1930/31 ging sie als Erste Operettensoubrette ans Stadttheater Klagenfurt mit Gastauftritten in Villach. Am 4.4.1931 verkörperte sie die Titelrolle in der Kärntner EA von E. Kálmáns Operette Das Veilchen vom Montmartre, am Linzer Stadttheater spielte sie am 19.12.1931 bei der oberösterreichischen EA von R. Benatzkys Im Weißen Rößl die Rößlwirtin, und am 3.12.1932 wirkte sie als Gast am Stadttheater Innsbruck bei der österreichischen EA von R. Stolz’ Operette Wenn die kleinen Veilchen blühen mit. Danach spielte sie wieder an Wiener Theatern (Bürgertheater, Schönbrunner Sommerarena, Volksoper Wien). Gastspiele führten St. u. a. nach Wels, Graz und Baden. Dazu kamen ab 1935 mehrere Rundfunkauftritte auf Radio Wien, wo sie in Operetten sang und auch Wienerlieder interpretierte. Für die Saison 1936/37 kehrte sie ans Linzer Landestheater zurück, 1939/40 spielte sie an den Wiener Kammerspielen. Nach und nach verkörperte St. immer mehr Rollen als „urwüchsige Volksschauspielerin“ (Neues Wr. Tagbl. 13.11.1942, 3) à la H. Niese, etwa 1939/40 und 1942/43 als Mitglied des Löwinger Bauerntheaters (später Löwingerbühne), mit dem sie Anfang 1940 auch im Simpl auftrat. Während des Zweiten Weltkrieges spielte St. v. a. auf verschiedenen Vorstadtbühnen, etwa auf der Wiener Volksbühne (Wien V), sowie im Stadttheater in musikalischen Schwänken mit Musik von K. Loubé (s. Abb.). Ab 1938 wirkte sie außerdem in 18 Spielfilmen in Nebenrollen mit, so z. B. 1939 in Anton der Letzte mit H. Moser oder 1945 in Die Fledermaus mit J. Heesters. 1944 stand sie auf der sog. „Gottbegnadeten-Liste“ des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (Nationalsozialismus). Nach Kriegsende trat St. am Neuen Schauspielhaus auf und spielte wieder im Simpl. 1948–50 und 1952–57 war sie Mitglied des Raimundtheaters, außerdem ab 1947 Auftritte auf verschiedenen Wiener Bühnen (Wiener Stadttheater, Künstler-Theater, Renaissance-Bühne, Bürgertheater, Kammerspiele) sowie 1948, 1951 und 1952 bei den Bregenzer Festspielen. Außerdem wirkte sie zumindest 1956/57 auch wieder in der Löwingerbühne mit. St. verstarb unerwartet wenige Stunden nach einem Auftritt in C. Millöckers Operette Gasparone im Raimundtheater an einem Herzinfarkt. Eine Verwandtschaft mit der Sängerin J. Stelzer ist nicht nachweisbar.

Werke

Plattenaufnahmen.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

4.9.2024

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Stelzer, Mimi (eig. Hermine Rosa Johanna)“ (4.9.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x00022063 (abgerufen am )

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