In 1. Ehe verheiratet mit Hedwig Josma Fischer (J. Selim; Vortragskünstlerin), in 2. Ehe mit Mela Hoffmann (Solotänzerin). 1899–1904 Lehrwehrkadettenschule, Studium der Germanistik an der Univ. Wien (Dr. phil.), schrieb Texte für das Kabarett Hölle des Theaters an der Wien, musikalischer Leiter an der Bonbonniere in München; seit 1914 Zusammenarbeit mit J. Selim, die seine Chansons und Lieder interpretierte, welche von K. Kraus in der Fackel bissig kommentiert wurden. Da er mit seinen zur „silbernen Ära“ zu zählenden Operetten an den Wiener Theatern nicht angenommen wurde, ging er 1927 nach Berlin, wo er in der neuen Gattung der Revueoperette zusammen mit dem Regisseur Erik Charell reüssierte. Seit 1932 in der Schweiz, arbeitete B. seit 1933 hauptsächlich in Wien, Filmmusik für die UFA (u. a. für Zarah Leander), 1940 Emigration in die USA (Exil), wo er sich aber weder in Hollywood noch am Broadway etablieren konnte. 1946 Rückkehr nach Europa. Seinen größten Erfolg feierte er 1930 mit der Operette Im weißen Rößl (UA am Berliner Großen Schauspielhaus). Auf Grund des Zeitdrucks sind sowohl am Text als auch an der Komposition (Schlager von B. Granichstaedten, R. Stolz und H. v. Frankowski; Instrumentation: Adam Gelbtrunck und E. Künneke) mehrere Personen beteiligt und somit erstmals Produktionsweisen der amerikanischen Unterhaltungsbranche angewendet worden. Seinem Wienerlied Ich weiß auf der Wieden ein kleines Hotel widmete Th. W. Adorno eine Schlageranalyse.
Gedenkstätten
Ehrungen
- Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich 1936
- Ritter der französischen Ehrenlegion
Werke
Operetten (Casanova; Im weißen Rößl; Meine Schwester und ich; Bezauberndes Fräulein; Das kleine Café; Axel an der Himmelstür); Revuen; Wienerlieder (Draußen in Schönbrunn, Ich muß einmal wieder in Grinzing sein, Ich weiß auf der Wieden ein kleines Hotel); Schlager; Chansons; Musik zu über 200 Filmen.
Schriften
- In Dur und Moll 1953 [Autobiographischer Roman]
- Tagebücher 1919–57, teilweise veröffentlicht in I. Jens/Chr. Niklew (Hg.), R. B. Triumph und Tristesse. Aus den Tagebüchern von 1919 bis 1946, 2002
Literatur
- MGG 2 (1999)
- NGroveD 3 (2001)
- MaÖ 1997
- Czeike 1 (1992)
- Lang 1986
- MGÖ 3 (1995)
- F. Hennenberg, Es muß was wunderbares sein... R. B. 1998
- Klotz 1991
- V. Klotz in Österreichische Musiker im Exil 1990
- M. Csáky, Ideologie der Operette 1996
- K. Kraus in Die Fackel 668–676 (1924)
- Th. W. Adorno in Anbruch 11 (1929)
Abbildungen
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
11.12.2019Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Benatzky, Ralph (Rudolph Franz [František] Josef)“ (11.12.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f83e (abgerufen am )
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