Der Club wurde als vermutlich weltweit erste derartige Organisation von den drei Klavierlehrerinnen R. Lutz, M. Grünzweig und O. v. Hueber gegründet, allesamt Absolventinnen des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Er entstand 1886 im privaten Kreis und wurde 1888 offiziell als Musik-Pädagogischer Verein der Musiklehrerinnen gemeldet. Zunächst nur pädagogischer Natur, setzte er sich schon bald auch für die (bessere) soziale Absicherung von Musikerinnen und Musikpädagoginnen durch die Einrichtung von Pensions- (1896), Kranken- und Urlaubsfonds (1901) ein. Zugunsten dieser Fonds wurden in den Folgejahren immer wieder Wohltätigkeitskonzerte zumeist von Vereinsmitgliedern abgehalten. 1890 wurde er umbenannt in Verein der Musiklehrerinnen, 1934 in Club der Wiener Musikerinnen; 1939 wurde er von den Nationalsozialisten aufgelöst, 1947 neu gegründet. 1902 wurden die ersten Unterrichtsverträge ausgestellt, die feste Monatshonorare für alle Musikpädagog:innen regelten, zudem sollte Frauen, die meist nur Gesang, Klavier und Geige studieren und unterrichten durften, die gesamte Instrumentalpalette geöffnet werden. 1905 trat der Verein dem 1902 von Marianne Hainisch gegründeten Bund Österreichischer Frauenvereine (BÖFV) bei, 1922 dem 1911 gegründeten Österreichischen Musikpädagogischen Verband, der sich seinerseits an der Arbeit des Clubs der Wiener Musikerinnen. orientierte. Präsidentinnen waren R. Lutz (1888–92), M. von Grünzweig (1892–1938), O. v. Hueber (1947–56), E. v. Fischer (1956–64), Lina Schemmel (1964–78), Susanne Dressler (1978–82), Thilde Höffinger (1982–92) und Eleonore Hauer-Róna (seit 1992). Letztere war 1994–97 Special Representative for Music im 1888 gegründeten International Council of Women (ICW), 2003–06 als erste Musikerin in dessen Geschichte Erste Vizepräsidentin und 2013–22 ICW Music Advisor. Zu den Mitgliedern des Clubs der Wiener Musikerinnen – neben Musiklehrerinnen waren das von Anfang an auch Sängerinnen und Komponistinnen – zähl(t)en u. a. I. Ahlgrimm, M. Bach, Alexandra Bachtiar, A. Bahr-Mildenburg, M. Baumayer, S. Benesch, A. Bricht-Pyllemann, R. Bromeisl, H. A. Daninger, E. Dichler-Sedlacek, J. Donat, K. v. Escherich, Irmtraut Freiberg, G. Grünzweig, M. Gutheil-Schoder, T. v. Hermann, Konstanze Hofer, M. Jung, M. Kallab, F. Kern, H. Kittel, M. v. Kralik, R. Kramer-Preisenhammer, M. E. Lueger, A. Mandyczewski, P. Mark-Neusser, L. M. Mayer, J. Müller-Hermann, Hermine Oesterwitz, R. Papier-Paumgartner, F. Reingruber, H. Ribarz-Hemala, Katharina Schirk, M. Seyff-Katzmayr, N. v. d. Vate, L. Walker und V. v. Webenau. Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden u. a. J. Epstein (1913), Anna Morsch, M. Baumayer, O. v. Hueber, H. Ribarz-Hemala (1928), E. Dichler-Sedlacek, L. Walker, Gisi Höller, F. Reingruber, Georg Hauer (2007), Gerd Hansa (2010), N. v. d. Vate (2012), Martina Malyar (2014), A. Bachtiar (2016), E. Hauer-Róna (2017) und Eckart Altenmüller (2018). Der Club setzt sich bis heute (2026) für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Musik ein, veranstaltet u. a. Konzerte (v. a. im Bereich Kammermusik und Lied), Vorträge, Ausstellungen und Lesungen, bietet Musikunterricht an und „empfiehlt geprüfte Lehrkräfte für Instrumente und Gesang“.
Werke
Alben: Komponistinnen im Club der Wiener Musikerinnen in Vergangenheit und Gegenwart 2008, 125 Jahre Club der Wiener Musikerinnen 1886–2011. Festkonzert und Festgottesdienst 2011, Musik aus weiblicher Feder. Komponistinnen des Clubs der Wiener Musikerinnen 2014.
Schriften
- Festschrift – 110 Jahre Club der Wiener Musikerinnen 1886–1996, hrsg. vom Club der Wiener Musikerinnen, Wien 1996
Literatur
- Hermine Oesterwitz, „Frau Marie Schneider-Grünzweig“, in: Die Österreicherin 2 (1929), 8
- Lina Schemmel, „Klub der Wiener Musikerinnen [vormals: Verein der Wiener Musiklehrerinnen]“, in: Sechzig Jahre Bund österreichischer Frauenvereine, hrsg. vom Bund Österreichischer Frauenvereine, Wien 1964, 24
- Georg Hauer, Club der Wiener Musikerinnen. Geschichte und kulturpolitische Bedeutung der Vereinigung von ihrer Gründung 1886 bis zur Gegenwart, 8 Bde., Diss. Univ. Wien 1998
- Georg Hauer, Der Club der Wiener Musikerinnen. Frauen schreiben Musikgeschichte, Wien 2003
- Susanne Wosnitzka, „,Gemeinsame Not verstärkt den Willen‘ – Netzwerke von Musikerinnen in Wien“, in: Annkatrin Babbe und Volker Timmermann, Musikerinnen und ihre Netzwerke im 19. Jahrhundert, Oldenburg 2016 (Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts 12), 131–148, https://oops.uni-oldenburg.de/2842/1/babmus16.pdf (21.4.2026)
- Sabine Böck, „frauen* in der musikpädagogik am beispiel wien“ (10.1.2019), in: spiel|mach|t|raum. frauen* an der mdw 1817–2017plus, www.mdw.ac.at (21.4.2026)
- Lydia Jammernegg, „Verein der Musiklehrerinnen, Wien“ (2019), in: Frauen in Bewegung 1848–1938 (2019), https://fraueninbewegung.onb.ac.at (23.6.2026)
- Ingeborg Waldinger, „Eine Wiener Musik-Institution“ (22.10.2011), in: Austria-Forum, https://austria-forum.org (21.4.2026)
- Club der Wiener Musikerinnen, https://www.cdwm.at/ (21.4.2026)
- Art: „Cub der Wiener Musikerinnen“ (19.3.2026), Musikdatenbank von mica – music austria, https://db.musicaustria.at (21.4.2026)
- Mitt. Eleonore Hauer-Róna (23.6.2026)
Abbildungen
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
29.9.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Club (Klub) der Wiener Musikerinnen“ (29.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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