Alexander Freiherr von: * 4.1.1813 Loosdorf bei Staatz/NÖ, † 13.11.1893 Unterwaltersdorf/NÖ. Politiker. Seit 1854 Frh. v., 1848 Justizminister, 1849–59 Innenminister; ordnete als Kurator der Akademie der Wissenschaften die Herausgabe von Texten, Kunstblättern und Musikstücken aus den Kronländern der Monarchie an; B. gründete die Central-Commission für Denkmalschutz (heute Bundesdenkmalamt), die Vorbildwirkung für G. Adlers Monumenta historiae musices bzw. die Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst in Österreich hatte, sowie 1852 die wöchentlich erscheinende Österreichische Bibliographie; regte statistische Berichte über die österreichische Kultur an; 1859–67 Botschafter beim Vatikan; zuerst liberal, später klerikal-konservativ, Verfechter des Neoabsolutismus.
Seine Brüder
Heinrich Freiherr von (Pseud. H. Molbe): * 11.5.1835 Wien, † 17.10.1915 Unterwaltersdorf/NÖ (begr. 20.10.1915 Wien). Anwalt, Komponist. Studierte an der Univ. Jus (Promotion 14.2.1860) und war später als Rechtsanwalt tätig. Daneben komponierte er unter dem Pseud. H. Molbe Kammermusik und zahlreiche Lieder.
Werke
Kirchenmusik; Kammermusik (Septett: wohl das erste für Streicher, Oktett, Nonett); Lieder.
Otto: * 9.2.1833 Wien, † 3.7.1893 Unterwaltersdorf/NÖ. Kapellmeister, Komponist und Kirchenmusiker. Verheiratet mit der Oratoriensängerin Leonore B.; Schüler von S. Sechter (Wien), Adolph Bernhard Marx (Berlin) und Moritz Hauptmann (Leipzig/D); seit 1868 Direktor des Mozarteums und Domkapellmeister in Salzburg, 1868–73 Chormeister der Salzburger Liedertafel, seit 1880 Kapellmeister an der Wiener Votivkirche, unterrichtete in den Klavierschulen von E. und A. Horak.
Werke
Opern (Leonore, Die Argonauten, Sardanapal); Musik zu Hebbels Nibelungen; 4 Symphonien; Messen, 1 Requiem, 1 Te Deum.
Seine Enkelin
Marie Emilie Freiin von: * 11. [NGroveD: 1.] 3.1896 Wien, † 26.2.1978 Wien. Pianistin, Komponistin und Malerin. Studium bei Paul de Conne (Klavier), A. Rosé (Violine) und J. Marx (Komposition); als Komponistin der Nachromantik verpflichtet.
Ehrungen
- 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb in Buenos Aires 1962
- Prof.-Titel 1976
Werke
Orchesterlieder (u. a. Narrenlieder, Arabische Nächte); zahlreiche Klavierlieder; Klavierstücke (Cakewalk Negroid); Kammermusik.
Literatur
- Wurzbach 1 (1856), 22 (1870)
- Eisenberg 1893
- Kürschner 1954
- ÖBL 1 (1957)
- Czeike 1 (1992)
- ÖL 1995
- H. Löw, A. Frh. v. B., Diss. Wien 1947
- Riemann 1959
- MGG 1 (1999)
- Goertz 1979
- MaÖ 1997
- NGroveDWC 1994
- NGroveD 2 (2001)
- ÖMZ 36 (1981)
- E. Th. Hilscher, Denkmalpflege und Musikwissenschaft 1995
- G. M. Eiselmaier, Die männliche Gilde sehe sich vor! Die österreichische Komponistin M. B 1996
- C. M. Gruber, Nicht nur Mozarts Rivalinnen 1990
- U. Simek in Morgen 109 (1996)
- U. Simek in ÖMZ 46/7-8 (1991)
- Marx/Haas 2001
- NFP, Abendblatt 19.10.1915, 1
- www.salzburger-liedertafel.at (4/2009)
- eigene Recherchen
Abbildungen
Autorinnen
- Barbara Boisits
- Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
18.2.2010Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Monika Kornberger, Art. „Bach, Familie“ (18.2.2010), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f7a7 (abgerufen am )
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