Weninger, Leopold

* 12.10.1911 Olmütz/Mähren (Olomouc/CZ), begr. 5.3.1992 Wien

Komponist, Dirigent

Der Sohn eines Theaterdirektors besuchte in Gablonz an der Neiße (Jablonec nad Nisou/CZ) zwei Jahre die Kunstgewerbeschule, bevor er 1928–34 an der Wiener MAkad. studierte (Musiktheorie und Komposition bei M. Springer, Violine, Dirigieren bei O. Kabasta). Seine Kompositionen gelangten bereits 1934 während seiner Studienzeit zur Aufführung, auch unter Teilnahme prominenten Publikums wie des damaligen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß. Noch im selben Jahr gewann er den Förderungspreis des österreichischen Staatspreises für Musik für ein Kammermusikstück und hatte ein zweimonatiges Engagement in Luxemburg. Danach wirkte und lebte er wieder in Wien. Ab den späten 1930er Jahren trat W. v. a. als Dirigent in Erscheinung und leitete ab 1938 geistliche Werke in Kirchen. Ab etwa 1935–40 einer der Kapellmeister der Wiener Sängerknaben, im Februar und März 1938 begleitete er einen 20-köpfigen Chor auf eine Konzertreise, die ihn von Mährisch-Ostrau über den Banat bis nach Agram führte. Mitunter war W. auch als Klavierbegleiter aktiv, etwa 1939 in der Urania bei einem Balladenabend von Paul Lorenzi, der ab Mai 1938 für kurze Zeit als kommissarischer Leiter der Wiener Sängerknaben fungierte, wie W. aber kein Mitglied der NSDAP war. Mitte 1940 übersiedelte er mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern nach Gablonz. Danach vermutlich Kriegsdienst, im Februar 1946 befand er sich in englischer Kriegsgefangenschaft. Ab 1946 erneute Tätigkeit als Dirigent, wobei er sich vorwiegend der Unterhaltungsmusik widmete. 1946–48 dirigierte er regelmäßig im damaligen Neuen Schauspielhaus und war dort auch als Arrangeur tätig. So verantwortete er beispielsweise die musikalische Neueinrichtung von J. Offenbachs Pariser Leben. Im Sommer 1947 war er der musikalische Leiter des Gastspiels von J. Heesters am Stadttheater Klagenfurt und in Villach. Ab 1948 bis ca. 1956 verzeichnete er zahlreiche Auftritte in Rahmen seiner Funktion als Kapellmeister am Wiener Raimundtheater und dirigierte auch am Wiener Stadttheater, u. a. die UA der Schwankoperette Der eiserne Florian von G. Zelibor am 29.9.1950.

Ehrungen

  • Förderungspreis des österr. Staatspreises f. Musik 1934

Literatur

Abbildungen

Autorinnen

  • Clara Wasner
  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

14.10.2021

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Clara Wasner, Art. „Weninger, Leopold“ (14.10.2021), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x001301f6 (abgerufen am )

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