Wengraf, Ernst Herbert

* 29.10.1886 Wien, † 14.7.1933 Berlin (Freitod)

Schriftsteller, Verleger

Der Sohn eines Anwalts besuchte nach Volksschule und Untergymnasium in Wien die höhere Gewerbeschule für Textilindustrie in Brünn. Nach der Matura Tätigkeit u. a. als Journalist und Bankbeamter. Ab 1911 verfasste er zahlreiche Libretti in erster Linie für Operetteneinakter, zwischen 1916 und 1922 v. a. gem. m. O. Hein für R. Stolz. 1915 als Freiwilliger auf Kriegsdauer zum Feldkanonenregiment Nr. 5 nach Wiener Neustadt eingerückt. Danach ins Feldhaubitzenregiment Nr. 4 (später Feldartillerieregiment Nr. 104) nach Wien transferiert. Offiziersprüfung im Dezember 1915, im November 1916 Ernennung zum Fähnrich, später zum Leutnant. Nach einer Erkrankung im Sommer 1917 Instruktor und Schriftleiter eines Kriegsalbums seines Regiments. 1920–30 Prokurist des Wiener Bohême Verlags. Daneben gründete er am 30.6.1922 in Wien XIX einen Musikalienverlag. Darüber hinaus ab etwa 1911 langjähriger Funktionär des Österreichischen Leichtathletikverbandes, des Österreichischen Fußballverbandes sowie des Wiener Fußballvereins Vienna. Nach seiner Übersiedlung nach Berlin um 1923 gründete W. dort 1929 den Monopol Liederverlag, den er gemeinsam mit Victor Alberti leitete, der jedoch schon 1931 von der Berliner Edition Meisel übernommen wurde. Außerdem Prokurist der Musikalienhandlung Alberti und ab 17.2.1933 gemeinsam mit Reinhold Peters Inhaber des Phönix Verlags Wengraf & Co., des ehemaligen Wiener Phönix Verlags. Ab 16.7.1923 für kurze Zeit verheiratet mit der Sängerin und späteren Widerstandskämpferin M. Tolska .

Werke

Operettenlibretti (Der Boxerkönig [M: Alexander Grünfeld] 1911; gem. m. O. Hein: Das verflixte Geld [M: O. Stransky] 1914; gem. m. O. Hein [M: jeweils R. Stolz]: Pension Schraube 1916, Familie Rosenstein 1917, Eine einzige Nacht 1917, Muzikam 1918, Sieg und Platz 1918, Die schöne Maske (Bloch & Co.) 1918, Das Haus des Schreckens 1920, Die fidele Pension 1920, Schloß Rosenstein 1921, Der Außenseiter 1922; gem. m. Max Berndt: In flagranti [M: K. Hajos] 1920, Die Krampusfee [M: O. Weber] 1921, Nathan der Kluge [M: R. Erwin] 1921; gem. m. Max Steiner-Kaiser: Drei Mädel von heute [M: H. May] 1926; gem. m. Julius Horst: Die indische Witwe [M: A. M. Werau] 1920, Im Alpenhotel [M: R. Fall] 1921; gem. m. E. Neubach Es war einmal in Jena [M: F. Raymond] 1928); Schlagertexte (Lied an den Morgenstern (Tannhäuser-Foxtrot) [M: L. Krauss-Elka], Kommunisten-Liebe [M: Ernst Steffan], Wien, Traum meiner Seele [M: G. Geiger], Ja die Liebe [M: K. Hajós]; gem. m. B. Hardt-Warden: Mein Deutschland und mein Österreich [M: R. Stolz]; gem. m. P. Herz Ich hab eine kleine braune Mandoline [M: K. M. May]; gem. m. E. W. Spahn: Krach muß sein [M: E. Stefan]).

Schriften

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2020

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Wengraf, Ernst Herbert“ (14.3.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003b503b (abgerufen am )

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