Walzel, Camillo (Pseud. Friedrich Zell)

* 11.2.1829 Magdeburg/D, † 17.3.1895 Wien

Librettist, Journalist

Der Sohn der Sängerin F. Franchetti erhielt seine Ausbildung im Schmerbauch’schen Pensionat in Dresden/D. W. trat zunächst in Budapest in die lithographische Anstalt seines Vaters ein, bevor er 1847 nach Wien kam. Ab 1848 bis Mitte der 1850er Jahre diente er bei verschiedenen Regimentern der k. u. k. Armee. 1856 kam er zur Donaudampfschiffahrtsgesellschaft (1859 2. Kapitän, 1861 Kommandant, 1866 Kapitän beim Kriegsministerium, 1873 Ruhestand). Er war als Feuilletonist u. a. für das Neue Fremdenblatt, die Münchener Fliegenden Blätter und den Berliner Kladderadatsch tätig. 1884–89 war er Co-Direktor am Theater an der Wien. Gemeinsam mit R. Genée entwickelte er ab 1871 das Libretto für die sog. klassische Wiener Operette („Z. & Genée“). W. zählte zu den Mitbegründern des Schriftstellervereins Concordia. Sein Sohn war der Literaturwissenschaftler Oskar W. (1864–1944).

Ehrungen

  • Franz Josephs-Orden

Schriften

  • Libretti gem. m. R. Genée zu Operetten von Joh. Strauss Sohn (Cagliostro in Wien 1875, Eine Nacht in Venedig 1883), F. v. Suppè (Fatinitza 1876, Boccaccio 1879), C. Millöcker (Gräfin Dubarry 1879, Der Bettelstudent 1882, Gasparone 1884), zu Operetten von Genée (Der Seekadett 1876, Im Wunderland der Pyramiden 1877, Nanon 1877, Die Dreizehn 1887)
  • Übersetzungen (u. a. J. Offenbachs Schöne Helena), Lustspiele

Literatur

  • Riemann 1975
  • Czeike 1997 [Zell]
  • ÖL 1995
  • Wurzbach 53 (1886)
  • Eisenberg 1893
  • DBEM 2003
  • F-A 1936
  • Ulrich 1997

Abbildungen

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Walzel, Camillo (Pseud. Friedrich Zell)“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e62d (abgerufen am )

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