Ulbrich, Familie

Musiker

Anton Ignaz: * ca. 1706 (Ort?)/Böhmen, † 14.12.1796 Josefstadt ( Wien VIII). Posaunist, Sänger (Bass) und Dichter. Ist 1738 anlässlich seiner Heirat in der Schottenkirche als „musicus“ greifbar und gehörte als Posaunist den Hofmusikkapellen der Kaiserinwitwe Elisabeth Christine (1741–50) und der K.in Maria Theresia (ab 1750) an; in Letzterer auch Bassist (1794 durch J. M. Vogl ersetzt). In den 1750/60er Jahren war U. auch für die Einstudierung der Chöre für Akademien und italienische sowie französische Opernaufführungen an der Hofoper zuständig. Er sang daneben auch an verschiedenen Wiener Kirchen (ca. 1783 an St. Peter) und komponierte auch. Taufpate seines Sohnes Christoph Franz 1747 war G. Ch. Wagenseil, Trauzeuge bei seiner zweiten Verehelichung 1776 J. M. Spangler.

Werke

Oratorium Das durch den Tod erhaltene Leben von dem wunderthätigen Blut-Zeug Jesu Christi Johann v. Nepomuk [M: Ch. Sonnleithner] 1759; Gedichte, religiöse Schriften.

Seine Söhne

Johann Nepomuk Maximilian:* 16.1.1743 Wien, † 20.9.1814 Wien. Komponist, Schriftsteller und Buchhalter. Sein Taufpate war der Chorregent an St. Peter, J. N. Boog. M. U. besuchte das Jesuiten-Seminar in Wien und wurde von G. Ch. Wagenseil (Generalbass, Komposition) und G. Reutter d. J. (Orgel, Kirchenmusik) ausgebildet. 1764 sang er im Chor der Hofoper. 1770 wurde er Beamter der niederösterreichischen Stände (1790 Vizebuchhalter, 1800 Buchhalter, 1804 im Ruhestand). Sein Oratorium Die Israeliten in der Wüste wurde 1779 und 1783 durch die Tonkünstler-Sozietät aufgeführt. Er wirkte auch bei den privaten Kammermusiken von K. Joseph II. mit.

Werke

Kirchenmusik; Opern u. Singspiele (Frühling u. Liebe 1778, Der blaue Schmetterling 1782, Die Schnitterfreude 1786), Oratorium Die Israeliten in der Wüste; 4 Symphonien, Klavierkonzerte.

Anton Johann Nepomuk (nicht Michael): * 14.8.1754 Wien, † 5.5.1830 Spittelberg (Wien VII). Posaunist. Diente von 1793 bis zu seinem Tod in der HMK. Offen bleibt, ob er oder sein Vater als Posaunist ca. 1783 an St. Michael und St. Peter tätig war.

Bei dem „Joh. K.“ (Johann Karl?) U., der lt. Köchel nur 1787 als Posaunist der HMK aufscheint, handelt es sich wahrscheinlich um eine Verwechslung mit A. I. oder A. U.

Literatur

Autoren

  • Alexander Rausch
  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

4.2.2022

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Alexander Rausch, Art. „Ulbrich, Familie“ (4.2.2022), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e538 (abgerufen am )

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