Wiener Tonkünstler-Sozietät

Ältester Konzertverein Wiens, gegründet 1771 als Pensionsverein für Witwen und Waisen österreichischer Tonkünstler auf Anregung und Initiative F. L. Gaßmanns

Die T. hatte mehrere Aufgaben: Sie war einerseits eine Art Standesvertretung der Wiener Berufsmusiker und diente andererseits der sozialen Absicherung von Musikern wie Angehörigen (übernahm somit ab 1782 die Aufgaben der unter K. Joseph II. aufgelösten Bruderschaften). Aufgenommen wurden ausschließlich Berufsmusiker (den Kern bildeten die Mitglieder der Hofmusikkapelle, die auch zahlreiche Funktionen bekleideten) gegen einen einmaligen Betrag von 300 fl und einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 12 fl. Als Präses fungierten F. L. Gaßmann, J. Bonno, A. Salieri, J. L. Eybler und I. Assmayr, als Protektor bis 1848 der jeweilige Cavagliere di musica (Hofmusikgraf) des Wiener Hofes (J. W. v. Sporck, J. J. v. Khevenhüller-Metsch, J. A. v. Schwarzenberg, F. X. W. v. Orsini-Rosenberg, J. W. v. Ugarte, J. F. v. Kuefstein, M. J. J. v. Dietrichstein-Proskau-Leslie, K. L. v. Harrach, Th. Amadé v. Várkony). Die Konzerte der T. im Hofburgtheater, die die wesentliche finanzielle Grundlage des Vereines bildeten, prägten das Wiener Konzertleben bis über die Mitte des 19. Jh.s hinaus (gegen Ende des 19. Jh.s stellte die T. ihre Konzerttätigkeit ein, bis auf Galakonzerte anlässlich ihres 125-jährigen bzw. 150-jährigen Bestehens); die T. widmete sich v. a. der Oratorienpflege (wobei J. Haydns Schöpfung und Jahreszeiten im Vordergrund standen), vergab selbst Kompositionsaufträge und bot auch Virtuosen ein Auftrittsforum (u. a. W. A. Mozart). 1862 wurde die T. in Haydn-Verein umbenannt und 1939 aufgelöst.

Literatur

Autorin

  • Elisabeth Th. Hilscher

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Wiener Tonkünstler-Sozietät“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e4bd (abgerufen am )

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