Wagenseil, Georg Christoph

* 29.1.1715 Wien, † 1.3.1777 Wien

Komponist, Pianist, Organist

Sohn eines Handelsmanns. Sollte ursprünglich Jus studieren, entschied sich jedoch für eine musikalische Laufbahn und wurde zunächst Schüler von J. A. Wöger. Vielleicht Sängerknabe in der Kapelle der Kaiserinwitwe Amalia Wilhelmine (Witwe nach Joseph I.), wo er von Go. Muffat unterrichtet worden sein dürfte. Weitere Studien bei J. J. Fux und M. Palotta. Anfang 1736 als Scholar in die Hofmusikkapelle aufgenommen. 1739 Hofkomponist. 1741–50 war W. Organist in der Kapelle von K.in Elisabeth Christine (Witwe K. Karls VI.). 1745 unternahm er eine Italien-Reise (UA seiner Oper Ariodante in Venedig), 1749 wurde er Hofklaviermeister. 1759/60 traf er in Mailand mit J. Ch. Bach zusammen. Zu W.s Schülern zählten J. B. Schenk, J. G. Mederitsch, F. X. Dušek, L. Hofmann und F. Teyber. L. Mozart verwendete Kompositionen W.s für den Unterricht seines Sohnes. W.s Werke stehen am Übergang von der Barockzeit zur Wiener Klassik (sog. Vorklassik).

Gedenkstätten

  • Wagenseilgasse (Wien XII)

Werke

Messen, kleinere Kirchenmusik, 3 Oratorien, 8 Opern, Serenaten u. Kantaten, ca. 100 Symphonien, Konzerte (f. Cb., Fl., V., Vc., Fg., Alt-Pos.), Kammermusik (Quartette, Trios, Divertimenti; s. Abb.) u. Klaviersonaten.

Schriften

  • Rudimenta panduristae oder Geig-Fundamenta, worinnen die kürzeste Unterweisung f. den Scholaren […] dargethan wird 41751/5[1778]

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

22.2.2024

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Wagenseil, Georg Christoph“ (22.2.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e5f6 (abgerufen am )

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