Singriener (Singrenius, Singryener), Johannes d. Ä.

* ca. 1480 Ötting, Bayern/D, † ?.11.1545 Wien

Buchdrucker, Verleger

Über seine Lehrzeit und Tätigkeit vor 1510 ist nichts bekannt. Bald nach seiner Offizinsgründung 1510 verband sich H. Vietor mit S. In den vier Jahren ihrer gemeinsamen Arbeit entstanden 90 Drucke. Im Dezember 1514 machte sich S. selbständig. Nach dem Tod von J. Winterburger 1519 übernahm er dessen Einrichtung. Die Vielfalt der verwendeten Typen (auch griechische und hebräische) und der Themengebiete (mehr als 500 Drucke) machten S. zum bedeutendsten Wiener Buchdrucker des 16. Jh.s. Er druckte auch humanistische Schriften von Erasmus von Rotterdam, Joachim von Watt (Vadian) und W. Schmeltzl. Er war Mitglied der Fronleichnams-Bruderschaft bei St. Stephan. Bemerkenswert ist, dass er sich mit H. Judenkünigs Utilis et compendiaria introductio (zwischen 1515/19, ohne Impressum) und Ain schone kunstliche underweisung (1523) als einer der ersten auf den Druck von deutschen Lautentabulaturen spezialisierte. Um 1529 erschien bei ihm ein Lied gegen die Türken „in Toler melodey“ (ohne Notation) als Flugblatt. Nach seinem Tod brachte sein älterer Sohn Matthäus im Dezember 1545 ein Werk heraus, dann schloss er sich mit seinem Bruder Johann d. J. (ca. 1525–62) zusammen (S.s Erben, 1546–49). Dieser führte 1550–62 die Offizin allein weiter.

Gedenkstätten

  • Singrinergasse (Wien XII)

Literatur

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Singriener (Singrenius, Singryener), Johannes d. Ä.“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e28b (abgerufen am )

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