Judenkünig, Hans

* ca. 1445/50 Schwäbisch Gmünd/D, † 4.3.1526 Wien

Lautenist, Komponist

Vielleicht Sohn des Hartmann J., erstmals erwähnt 1518 als Mitglied der Fronleichnams-Bruderschaft an St. Stephan in Wien, lebte im „Gundelhof“ nahe St. Stephan, wo auch andere Musiker ansässig waren. Obwohl nicht zur Bürgerschaft im engeren Sinn gehörig, zeugt die Führung einer Art Wappen auf seinen von H. Singriner gedruckten Lautenbüchern von Selbstbewusstsein und Anerkennung (s. Abb.). Vielleicht stand er dem Humanistenkreis um Conrad Celtis nahe, wenigstens scheinen seine Intabulierungen von einigen Oden des P. Tritonius (Treybenreif) darauf zu deuten. J.s Lautenbücher sollen sowohl der Lehre als auch Praxis des Lautenspiels (Lautenmusik, Lautentabulatur) dienen, das Repertoire ist auch in dieser Hinsicht als charakteristisch anzusehen; sie sind außerdem nicht nur die ersten ihrer Art und lassen das zunehmende Prestige des eigenen Musizierens in privaten Kreisen erkennen, sondern sind die ersten gedruckten Tabulaturen überhaupt und bezeugen gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des noch jungen Notendrucks in Wien. Nicht alle Stücke sind wohl eigene Kompositionen J.s. Außerdem war J. wahrscheinlich auch als Lautenmacher tätig.

Werke

Utilis et compendiaria introductio (zw.1515/19); Ain schone kunstliche Underweisung (1523).

Literatur

  • A. Koczirz in SIMG 6 (1904/05)
  • NGroveD (2001)
  • MGG 7 (1958)

Abbildungen

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

25.4.2003

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Judenkünig, Hans“ (25.4.2003), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d343 (abgerufen am )

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