Wurde im Oktober 1523 an der Univ. Wien immatrikuliert, kehrte spätestens 1528 nach Kemnath zurück, ist 1536 als (verheirateter) Kantor in Weiden/D belegt und vorher in Kastl/D wahrscheinlich zu machen, konvertierte offenbar (sollte er tatsächlich Protestant gewesen sein) zum Katholizismus und kam wohl 1538 mit seinen Söhnen wieder nach Wien. Zumindest zwischen 1542/48 war er als Schulmeister im Wiener Schottenkloster und zuletzt als (wohl in den frühen 1550er Jahren ordinierter) Seelsorger tätig. Er hat einen vielbeachteten Lobspruch [...] der Stat Wienn in Osterreich (1547) gedichtet sowie eine Reihe von Schulspielen verfasst (Benediktinertheater). Besondere Beachtung verdient hier das von Sch. 1544 in Nürnberg/D bei Petrejus herausgegebene vierstimmige Liederbuch, enthaltend eine Art deutsches Madrigal, 11 Quodlibets und 9 Priameln, mehrere Bild-Gesänge (Schlacht vor Pavia[Battaglia], Feuerbewahren, Gleut zu Speyer, Vaßziehen in Oesterreich und einen deutschen Liedsatz; also vorwiegend Gattungen, deren Reiz entweder im besonders kunstfertigen Umgang mit musikalisch-textlichen Mitteln oder in der musikalischen Deskription liegt. Die meisten Sätze sind anonym; wie weit er selbst auch als Komponist in Frage kommen könnte, ist nach wie vor (2005) offen.
Gedenkstätten
- Wolfgang-Schmälzl-Gasse (Wien II)
Werke
Guter, seltzamer vnd künstreicher teutscher Gesang (1544), NA in DTÖ 147/148 (1990).
Literatur
- R. Flotzinger in StMw 39 (1988)
- ÖL 1995
- R. Flotzinger in C. de Incontrera/B. Schneider (Hg.), Danubio, Una Civiltá Musicale II: Austria 1992
Autor
- Rudolf Flotzinger
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Schmeltzl, Wolfgang“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e101 (abgerufen am )
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