Das siebente Kind von Maria, geb. Pagger und Landwirt Jakob Moises setzte die musikalische Tradition seines Großonkels S. Pagger fort, den er noch musizierend erlebte; zuhause wurde viel gesungen. Ersten Musikunterricht erhielt Moises mit zwölf Jahren auf der Klarinette bei Richard Juroschek in Bärnbach/St, erst privat, ab 1953 in der neu eröffneten Musikschule; bald spielte er in der aus acht bis zwölf Mann bestehenden Ortsmusikkapelle Geistthal (heute Musikverein Geistthal). Zudem lernte Moises Posaune bei Karl Mantsch, ehemaliger Kapellmeister der Werkskapelle Hödl-Zangtal, und Franz Schabl, Musiklehrer in Voitsberg/St, dazu erhielt er Unterricht in Saxophon. Moises wurde ein wichtiger Musikant bei vielen kleinen Tanzkapellen, u. a. 1956 bei der Klein Schrotter-Kapelle, 1957 bei der Kapelle Sonnegg und beim Quintett Die lustigen Jungsteirer aus Geistthal, das nach dem Vorbild der Kern-Buam, der Fidelen Inntaler von Gottlieb Weißbacher und des Original Oberkrainer Quintetts von S. Avsenik musizierte. 1962 wechselte Moises als Posaunist zu den Lex'n Buam der Brüder Ruprechter in Södingberg/St, die sich neben den Kern Buam auch an der Tanzkapelle Walter Kager und am Edler-Trio orientierten. 1964 spielte er bei den Pagger Buam in Lichtenegg bei Voitsberg, zwischendurch bei der Kapelle Schober, ab 1977 fast fünf Jahre lang mit dem Gradnertal-Trio, danach zwei Jahre bei den Kern-Buam. 1998–2003 musizierte Moises mit Klarinette, Saxophon, Posaune, Helikon und Bassgeige bei der Fuchsbartl-Banda. Fixes Mitglied oder Aushilfsmusikant war Moises u. a. bei Brandstätter Buam , Edelschrotter Alpentrio, Geistthaler Musikanten, Holter Buam, Kemetberger Musikanten , Ligisttaler Musikanten, Södinger Trio, Stiwoller Bradl-Musi, Tanzkapelle Walter Kager und Kapelle Zwanzger , allesamt in der Weststeiermark beheimatet; er spielte aber auch außerhalb der Region, etwa bei Annawirt-Musi (Obdach/St), Gösser Musikanten (Göss), Die Haderlumpen (St. Oswald bei Plankenwarth/St), Hartl-Musi (Eisenerz/St), Hinterberger Musikanten (Leoben), Jagawirt Musi (Reinischkogel/St), Mei liabste Weis-Musi (St. Josef in der Weststeiermark/St), Rothleiten Quartett (Graz), Die Rougler (St. Josef/St), Steirerblech-Musi (Lannach/St), Stübinger Trio (Stübing/St), Tanzkapelle Kure (Lavanttal/K), Tanzkapelle Lerchbacher (St. Stefan ob Leoben/St) und Wietinger Trio (Wieting/K). Insgesamt spielte und sang M. ab seinem 13. Lebensjahr in mehr als 80 verschiedenen Gruppen, weswegen er über ein großes musikalisches Wissen und Repertoire verfügte. Gespielt wurden meist nicht mehr (nur) die überlieferten Stücke aus der Weststeiermark (Walzer, und v. a. Polka und Polka Franzé), sondern die neueste volkstümliche Musik und populäre Schlager. Dem jeweiligen Spielstil konnte sich M. immer anpassen; seine Hilfsbereitschaft und Einsatzfreude wurden allseits geschätzt, die oft nur kurze Dauer seines Engagements weniger.
Um 1980 begann M.s Sammeltätigkeit. Waren es zuerst bäuerliche Werkzeuge und landwirtschaftliche Geräte, so kamen bald über 270 Musikinstrumente hinzu, v. a. Posaunen und Klarinetten sowie Harmonika und Bassgeige des Großonkels S. Pagger; 2000 eröffnete er das Erslbauer Heimatmuseum in Geistthal-Eggartsberg/St.
Literatur
- Monika Primas, „Sammler aus Leidenschaft. Jakob Moises – Musikant und Sammler“, in: Der Vierzeiler 27/2 (2007), 30f
- Max Rosenzopf, Weststeirisches Musikantentum, Wien 2016 (Corpus Musicae Popularis Austriacae 21), 95–124
Abbildungen
Autorin
- Eva Maria Hois
Letzte inhaltliche Änderung
25.9.2026Empfohlene Zitierweise
Eva Maria Hois, Art. „Moises, Jakob (vlg. Erslbauer Jogl)“ (25.9.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )
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