Höllwarth, Brüder

Geistliche

Joseph: * 9.3.1840 Schwaz in Tirol/T, † 21.3.1878 Schwaz. Priester und Kirchenmusiker. War als Kooperator in der Erzdiözese Salzburg tätig (zuletzt in St. Georgen bei Salzburg/Sb) und bemühte sich an seinen Wirkungsorten stets um eine Reform der Kirchenmusik im Sinne des Cäcilianismus. Als Musiker dürfte er weitgehend Autodidakt gewesen sein.

Karl: * 1.11.1841 Schwaz, † 29.1.1879 Innsbruck (begr. Schwaz). Geistlicher, Lehrer, Musiker. Absolvierte seine Studien in Schwaz und Innsbruck, 1864 wurde er zum Priester geweiht. Nach einer kurzen Tätigkeit als Hilfspriester in Schmirn/T kam er 1866 als Präfekt an das Chorschüler-Institut Kassianeum in Brixen (hier Förderer von I. Mitterer). Als Anhänger des Cäcilianismus zählte er zu den Gründern des Brixener Cäcilienvereins (mit J. G. Zangl, U. Harasser, I. Mitterer, F. Moll, K. Geierlechner, Wilhelm Seidner) und gründete einen eigenen Chor, um Werke nach den Vorstellungen des Cäcilianismus aufführen zu können. 1874 wechselte H. als Präfekt ins Knabensemiar auf Schloss Thurneck in Rotholz im Unterinntal/T, wo er auch Deutsch, Latein und Gesang supplierte. Zuletzt wollte er noch eine geregelte Lehrerausbildung nachholen, er starb als Lehramtskandidat in Innsbruck.

Johann:* 10.2.1852 Schwaz, † 11.6.1916 Brixen/T (Bressanone/I). Geistlicher. Besuchte das Augustinergymnasium in Brixen, wo er 1875 auch zum Priester geweiht wurde. Als Seelsorger wirkte er in Fügen/T, St. Margarethen/T, Münster/T und Matrei in Osttirol/T. 1880–83 war er Präfekt am Brixener Vinzentinum und unterrichtete hier auch Musik. Ab 1900 Dombenefiziat sowie Ordinariatssekretär und Diözesanfondsverwalter in Brixen. Als Musiker dürfte er weitgehend Autodidakt gewesen sein, mit I. Mitterer war er befreundet. Seine Kompositionen zeichnen sich durch eine leichte Ausführbarkeit aus.

Werke

Messen, Requiem, Tantum ergo, Karwochengesänge, Marienlieder, Herz-Jesu-Lieder, Sakramentslieder u. a.

Ein Neffe der Brüder H. war der Musiker und Musiklehrer Andreas Alfons Maister (1884–1971).

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

19.4.2017

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Höllwarth, Brüder“ (19.4.2017), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x001f76f8 (abgerufen am )

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