Mitterer, Familie

Musiker:innen

Ignaz: * 2.2.1850 Vergein-St. Justina bei Assling/T, † 18.8.1924 Brixen (Bressanone/I). Geistlicher, Kirchenmusiker, Komponist. Nach erstem Klavier- und Orgelunterricht im Heimatort (von seinem Onkel Josef M. und B. Huber), war M. 1862/63 Sängerknabe in Neustift. Ab 1863 besuchte er das Gymnasium bzw. ab 1871 das Priesterseminar in Brixen, wo er musikalischen Unterricht von K. Höllwarth, U. Harasser und J. G. Zangl erhielt; 1869 Mitbegründer des Brixener Cäcilienvereins. 1874 zum Priester geweiht und anschließend als Kooperator tätig, studierte M. 1876/77 an der Kirchenmusikschule in Regensburg/D bei Franz Xaver Haberl, Michael Haller, Georg Jakob und Josef Hanisch (Cäcilianismus). 1877–81 im Seelsorgedienst in Tirol tätig, 1881/82 in Rom als Kaplan an der Kirche Santa Maria dell’ Anima. 1882 F. X. Haberls Nachfolger als Domchordirektor und Dozent an der Kirchenmusikschule in Regensburg. 1885–1917 Domkapellmeister und Choral-Chormeister in Brixen, hier auch Lehrer für Gesang am Gymnasium und Priesterseminar. 1917 zum Domherrn ernannt, versah er in der Folge v. a. Verwaltungsaufgaben in der Diözese Brixen.

Gedenkstätten

  • Gedenktafeln an der Kirche St. Justina (1951), am Geburtshaus (1951) sowie am Domkapitelhaus (2024) und an seinem Wohnhaus (1950) in Brixen
  • Ignaz Mitterer-Straße (Brixen)

Ehrungen

  • Propst v. Ehrenburg 1885
  • Ehrenmitglied Sängerbund „Dreizehnlinden“ Wien 1903
  • Ehrenbürger von Brixen 1905
  • Päpstlicher Geheimkämmerer (Monsignore) 1906
  • Ehrenmitglied der kath. Studentenverbindung Rhäto-Bavaria Innsbruck 1923

Werke

Kirchenmusik (u. a. 45 Messen [s. Abb. u. Tbsp.], 11 Requien [s. Tbsp.], 104 Gradualien, 190 Offertorien [s. Abb.], 27 Karwochenresponsorien), Lieder (Auf zum Schwur Tiroler Land), Kantaten (Der Tiroler Adler, Der Tod des großen Pan), Männerchöre; Bearb. v. Werken v. Giovanni Pierluigi da Palestrina u. O. di Lasso.

Schriften

Literatur

Sein Großneffe

Max: * 3.1.1930 Mittewald bei Assling. Lehrer und Musiker. War als Volksschullehrer tätig, zuletzt bis 1989 Direktor in Assling. Außerdem Klavier- und Orgellehrer sowie Chorleiter und Kapellmeister in Lienz und Assling.

Ehrungen

  • Oberschulrat

Dessen Tochter

Anita: * 8.9.1955 Lienz. Bratschistin und Violinistin. Studierte in Salzburg (bei Jürgen Geise), Prag und Wien (bei Thomas Christian). Ständiges Mitglied des Concentus musicus Wien. M. ist Leiterin und Konzertmeisterin des Salzburger Barockensembles und spielt im 1985 gegründeten Quatuor mosaïques (mit E. Höbarth, Andrea Bischof [* 1957] und Ch. Coin). An der MUniv. Mozarteum unterrichtet sie Violine und Viola.

Ehrungen

  • Jakob-Stainer-Preis, Tirol 1992

Literatur

  • MGÖ 3 (1995)
  • www.moz.ac.at (2/2004)
  • Mitt. MUniv. Mozarteum Salzburg

Deren Bruder

Wolfgang: * 6.6.1958 Lienz. Organist und Komponist. Studierte 1977 in Graz (Orgel bei Otto Bruckner) sowie 1978–83 an der MHsch. in Wien (Orgel bei H. Tachezi, Komposition bei H. Gattermeyer); 1983/84 am Electronic Music Studio in Stockholm. In der Folge wurde er als Initiator und Mitbetreiber von Ensembles verschiedener Stilrichtungen (Jazz, Volksmusik, New Wave, Geräuschmusik) bekannt (z. B. Call Boys Inc 1988 mit G. Schneider, K. Dickbauer und Günther Selichar). 1989 Gastdozent für Live-Elektronik an der Hsch. in Köln/D. W. M. ist auch als Orgelreferent bzw. -gutachter tätig.

Ehrungen

  • Preis d. dt. Schallplattenkritik 1986
  • Rompreis und Förderungspreis des BMuK 1987
  • Staatsstipendium f. Komposition der Republik Österreich 1989
  • Anerkennungspreis des Prix Ars Electronica 1990
  • Max-Brand-Preis 1992
  • Publicity-Preis der Austro Mechana 1994
  • Emil-Berlanda-Preis 1995
  • Prix Futura Berlin 1995
  • Tiroler Landespreis für Kunst 2002
  • Staatsstipendium 2003
  • Preis der Stadt Wien (Kategorie Musik) 2004

Werke

Oper (Massacre), Theatermusik, Orgelwerke (Solokompositionen, Werke mit versch. Instrumentalensembles u./od. Tonband), Pat Brothers (Kollektivkomposition f. Singstimme, Sax., Live-Electronics u. Schlagzeug), Nullmelodie (Hörspiel f. Kinder), So what (Tonbandproduktion).

Literatur

  • MaÖ 1997
  • NGroveD 16 (2001)
  • Goertz 1989 u. 1994
  • Personenlex. Öst. 2001
  • Ch. Baier in ÖMZ 50/2 (1995)
  • Die Presse 22./23.7.1989
  • Der Standard 17./18.5.2003 u. 20.5.2003
  • http://mitterer.sil.at/ (2/2004)
  • www.assling.at/assling_mitterer.htm (2/2004)
  • pers. Mitt. W. M

Abbildungen

Hörbeispiele

© 2008 Institut für Tiroler Musikforschung
© 2009 Institut für Tiroler Musikforschung

Autoren

  • Christian Fastl
  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

11.12.2024

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Alexander Rausch, Art. „Mitterer, Familie“ (11.12.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9c6 (abgerufen am )

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