Barnay, Familie

Schrftsteller:in und Schauspieler

Ilka B. (verh. Horovitz-Barnay): * 1.1.1848 Budapest, † 8.3.1932 Starnberg/D. Musikschriftstellerin, Journalistin. Tochter des Synagogenkantors Ignaz B. Studierte an der Budapester MAkad. bei F. Liszt, mit dem sie später auch eine Freundschaft verband, Klavier und bei R. Volkmann Harmonie- und Kompositionslehre, später Übersiedlung nach Wien und zweite Ehe mit einem Arzt namens Horovitz. Als Musikschriftstellerin publizierte sie in verschiedenen Zeitschriften (Deutsche Dichtung, Deutsche Revue) und Zeitungen (Neue Freie Presse) Erzählungen über ihre Kontakte zu berühmten Komponisten und Pianisten ihrer Zeit (A. Rubinstein, Th. Leschetizky, F. Liszt, J. Brahms, J. Strauss Sohn). Darüber hinaus gab sie Klavierunterricht (Harmonielehre und Kontrapunkt). Ihr Bruder war der Schauspieler und Theaterdirektor Ludwig B. (* 11.2.1842 Budapest, † 31.1.1924 Hannover/D).

Schriften

Literatur

Deren Sohn

Paul Waldemar (eig. Horovitz): * 27.3.1884 Wien, † 13.6.1960 Wien. Schauspieler, Schriftsteller, Theaterdirektor. Besuchte zunächst das Gymnasium der damaligen Sophienbrückengasse (heute Kundmanngasse, Wien III), später das Leopoldinum in Wiener Neustadt, wo er auch maturierte. 1902 studierte B. an der Reicherschen HSch. für dramatische Kunst in Berlin Schauspiel, sein Debüt als Schauspieler gab er 1904 in Kolberg/D. Nach Engagements in verschiedenen deutschen Städten ging er 1912 nach Danzig (Gdańsk/PL), später nach Bremen/D als Oberregisseur. 1915 Einjährig-freiwilliger Dienst beim k. u. k. IR Nr. 49, danach Schauspieler und Regisseur an der Wiener Volksbühne. 1918 Direktor des Theaters in Kattowitz (Katowice/PL), 1921–33 Intendant der Vereinigten Bühnen in Breslau (Wrocław/PL). 1933 Rückkehr nach Wien, Ende des Jahres übernahm er zusammen mit Stefan Hock die Leitung des Raimundtheaters, widmete sich dem Sprechstück und trat auch selbst auf. Daneben textete B. Wienerlieder für E. Frim und H. Lang. Aufgrund finanzieller Probleme musste das Theater im September 1935 geschlossen werden und B. ging 1936 als Theaterdirektor ans Stadttheater Reichenberg. 1939 Emigration nach Budapest (Exil), Verhaftung und Deportation. 1945 kehrte er nach Wien zurück und wirkte zunächst als Regisseur und Schauspieler an verschiedenen Theatern.1948–52 Direktor des Volkstheaters, wo er auch 1949 J. Offenbachs Die schöne Helena in einer musikalischen Bearbeitung von F. Fox und 1952 K. Weills Dreigroschenoper auf die Bühne brachte.

Werke

Wienerlieder (I komm’ aus Grinzing, Sei net so hakli auf die Marie [M jeweils: E. Frim], Im Achtunddreißiger [M: H. Lang]); Theaterstücke (Der Narr der SS); Romane; Lyrik. – Teilnachlass Wienbibliothek.

Schriften

  • Mein Leben [Ausschnitte aus dem Typoskript der Autobiographie] in A. Lichtblau (Hg.), Als hätten wir dazugehört 1999

Literatur

Autorin

  • Monika Kornberger

Letzte inhaltliche Änderung

12.11.2010

Empfohlene Zitierweise

Monika Kornberger, Art. „Barnay, Familie“ (12.11.2010), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x001c958e (abgerufen am )

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