Nach Klavierunterricht von seiner Mutter und in Moskau trat er 1839 zum ersten Mal auf und ging 1840 auf Europa-Tournee (in Paris lernte er F. Liszt und F. Chopin kennen). 1844–46 studierte er in Berlin bei Siegfried Dehn. 1846–48 lebte er als Klavierlehrer in Wien und Pressburg. Dann ging er nach St. Petersburg, wo er von der Großfürstin Helena Pawlowna gefördert wurde, die ihn 1854 auf eine mehrjährige Konzertreise schickte. Mit ihrer Unterstützung gründete R. 1859 die Russische Musikgesellschaft und 1862 das Konservatorium in St. Petersburg, das er bis 1867 leitete. Daran schlossen sich weitere erfolgreiche Tourneen an, die R. auch wieder nach Wien führten: 1871/72 dirigierte er die Philharmonischen Konzerte (Wiener Philharmoniker). 1887 übernahm er wieder die Leitung des Petersburger Konservatoriums. Der Pianist und Dirigent Nikolai Grigorjewitsch R. (* 14.6.1835 Moskau, † 23.3.1881 Paris) war sein jüngerer Bruder.
Werke
Opern (Die Kinder der Heide [T: S. H. v. Mosenthal] UA Kärntnertortheater 1861; Der Dämon 1871); geistliche Opern u. Oratorien (Der Thurm zu Babel 1870); 6 Symphonien, 5 Klavierkonzerte; Kammermusik; Klavierstücke (Etüden); Lieder.
Schriften
- Autobiographie 1889, dt. als Erinnerungen aus 50 Jahren. 1839–1889 ,1893
- Russische Komponisten in Blätter für Musik, Theater und Kunst 1855
Literatur
- NGroveD 21 (2001) [mit WV]
- MGG 11 (1963)
- Riemann 1961
- MGÖ 3 (1995)
Abbildungen
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
14.11.2024Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Rubinstein, Anton Grigorjewitsch“ (14.11.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dfe0 (abgerufen am )
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