Polzer, Familie

Kirchenmusiker

Julius: * 2.11.1855 Glaselsdorf bei Mährisch-Trübau/Mähren (Sklené/CZ), † 7.3.1930 Linz. Kapellmeister, Kirchenmusiker, Komponist. Über seine Ausbildung ist nichts bekannt, bis 1882 war er Kapellmeister und Chorleiter in Wagstadt (Bílovec/CZ), 1882–85 Stadtkapellmeister und Regens chori in Wels, 1886 übernahm er eine Kapellmeisterstelle in Weiz/St. Spätestens ab 1893 Stadtkapellmeister und Regens chori an St. Josef in Judenburg, übersiedelte er 1896 (1899?) nach Linz, wo er als Chordirektor an der Karmeliterkirche St. Josef und an der Kirche zur Heiligen Familie sowie als Organist bei den Barmherzigen Brüdern und am Mariendom wirkte. Er unterrichtete auch Musik an der bischöflichen Lehrerbildungsanstalt (1909–29) und leitete den MGV Widerhall Linz.

Werke

Kirchenmusik (Missa „Maria Waitschach“, Offertorien, Gradualien), Männerchöre, Märsche.

Sein Sohn Odo: * 15.7.1895 Judenburg, † 23.1.1952 Bregenz. Kirchenmusiker und Komponist. Erhielt ersten Musikunterricht vom Vater (Violine, Klavier, Orgel) und war Sängerknabe am Linzer Dom. Erst nach dem Ersten Weltkrieg studierte er 1920–25 bei Fr. Schmidt an der Wiener MAkad. und wurde 1925 Regens chori an der Stadtpfarrkirche in Hartberg. In der Folge dirigierte er auch Konzerte in Graz, 1928–30 war P. Organist, Chorleiter und Direktor der MSch. in Schwaz. 1930 übersiedelte er als Chordirektor an die Stadtpfarrkirche St. Gallus nach Bregenz, wo er die Vorarlberger Oratorienvereinigung gründete. Seine Werke waren in Österreich, Deutschland und Italien verbreitet.

Gedenkstätten

  • Gedenktafel an der Kirche St. Gallus 1995

Ehrungen

  • Prof.-Titel 1948

Werke

Liedlegende (Oper), Miss Kakadu (Operette), 4 Passionen, 8 Messen, kleinere Kirchenmusik, Andachten, Motetten, Chormusik, Weihnachtsspiele u. Krippenmusiken, Orgelstücke, Lieder.

Dessen Sohn

Elgar Odo: * 16.9.1933 Bregenz. Chorleiter. Erhielt seine musikalische Ausbildung von seinem Vater, Hilde von Kreutziger (Klavier) sowie W. Paffendorf und O. Lutz (Orgel, Harmonielehre, Kontrapunkt). Hauptberuflich als kaufmännischer Angestellter und im Bankwesen tätig, ist P. seit 1947 Organist an der Stadtpfarrkirche St. Gallus in Bregenz. Nebenberuflich auch Konzertorganist und Leiter verschiedener Chorvereinigungen (Vorarlberger Oratorienvereinigung seit 1973).

Ehrungen

  • Ehrengabe des Landes Vorarlberg f. Wissenschaft u. Kunst 1985
  • Verdienst-Medaille der Diözese Feldkirch 1988
  • Prof.-Titel 1989
  • Stadtsiegel der Landeshauptstadt Bregenz
  • Großes Verdienstzeichen des landes Vorarlberg 2012

Werke

Liedsätze, Kammermusik.

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

9.10.2016

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Polzer, Familie“ (9.10.2016), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dd7a (abgerufen am )

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