Luigia, geb. Moreschi: * ca. 1760 Neapel/Königreich Neapel (Napoli/I), † 5.10.1830 Kaschau/Ungarn (Kosiče/SK). Sängerin (Mezzosopran). War zusammen mit ihrem ersten Mann, dem römischen Sänger und Geiger Antonio P. (?–1791), 1779–90 in der Kapelle von Fürst Nikolaus Esterházy in Eisenstadt beschäftigt, lebte dann – abgesehen von kurzen Engagements in Italien – in Wien, stand in enger Beziehung zu J. Haydn, dessen Vokalschaffen sie in den Eisenstädter Jahren beeinflusst hatte und der auch Vormund ihrer Söhne Pietro (1777–96), Klavierlehrer und Violinist in Wien, und A. A. (s. u.) war. L. P. heiratete später den Sänger Luigi Franchi (?–?), lebte bis 1815 in Bologna/I, 1820 in Cremona/I, schließlich in Ungarn.
Ihr Sohn
Alois Anton (Antonio): * 22.4.1783 Eszterháza/Ungarn (Fertőd/H), † 18.2.1855 Pest (Budapest). Violinist und Komponist. Von seinem späteren Vormund J. Haydn, dessen außereheliches Kind er gewesen sein soll, ausgebildet, wurde er als Geiger 1801 vom Theater an der Wien, 1803 von der Esterházyschen Kapelle in Eisenstadt (1812/13 Kapellmeister) engagiert und war ab 1813 auf verschiedenen Gütern in leitenden Funktionen in der Landwirtschaft tätig. Später lebte er verarmt in Pest als Musiklehrer. Seine im Stil seines Lehrers komponierten Werke wurden z. T. gedruckt.
Werke
Messen; Offertorien; Operette Der Junker in der Mühle 1805; Kammermusik; Lieder.
Literatur
- K-R 1997, 2000 u. 2002
- NGroveD 19 (2001)
- MGG 10 (1962)
- ÖBL 8 (1983)
- MGÖ 2 (1995)
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Polzelli (Polcelli), Familie“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dd79 (abgerufen am )
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