Bekam im Alter von neun Jahren ersten Violinunterricht bei Stefan Wilfling in Wien und besuchte 1931–34 das Wiener Volkskonservatorium (Violinschüler von Vittorio Borri [1887–?], Theorieunterricht bei W. Bricht) sowie 1940–42 (ab Jänner 1942 jedoch kriegsbedingt beurlaubt) die MAkad., wo er Musiktheorie (bei F. Reidinger) und Klavier (bei F. Horak) studierte; 1934 Staatsprüfung für Violine. Während seiner Studienzeit war L. bereits Primgeiger und Leiter einer Musikkapelle, danach unter R. Haas an der Musikabteilung der ÖNB (Archive und Bibliotheken) tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich L. in Bregenz nieder, wo er 1945 das Vorarlberger Rundfunkorchester mitbegründete und dessen Konzertmeister wurde; des Weiteren mehrere Jahre Konzertmeister der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz. 1946 rief L. das L.-Quartett ins Leben; bis 1954 unterrichtete er auch an der Städtischen MSch. in Bregenz (Musiktheorie, Violine und Klavier). Anschließend als Redakteur und Kunstkritiker bei den Vorarlberger Nachrichten sowie als Musikkritiker bei der ÖMZ tätig (1954–74).
Ehrungen
- 1. Preis Kompositionswettbewerb der Stadt Wien 1937
- 1. Preis Kammermusik-Wettbewerb der Stadt Wien 1940
- Besonderer Dank und apostolischer Segen Papst Pius XII. (für die ihm gewidmete Missa Regina coeli) 1957
- Prof.-Titel 1964
- Rudolf-von-Ems-Medaille des Vorarlberger Sängerbundes 1969
- Ehren- und Förderungsgabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Wissenschaft 1972
Werke
3 Opern (Christina – Das Wunder der Madonna); Bühnenmusiken (Raskolnikoff); Orchesterwerke (Symphonien [s. Tbsp.], Tanzbilder für Orch. [Rote Schatten], Violinkonzert op. 55, Bregenzer Festliches Vorspiel op. 86); Kammermusik (Streichquartett in e-Moll op. 5, Sonate f. V. op. 69); Klavierwerke; 3 Messen; Lieder (s. Tbsp.). — Nachlass: Stadtbibliothek Feldkirch/V, Musikslg.
Schriften
- Aufsätze in der ÖMZ (u. a. Zeitgenössisches Vorarlberger Musikschaffen und seine Pflege; Berichte über die Bregenzer Festspiele der 1950–70er Jahre)
Literatur
- ÖMZ 13/5 (1958) [Ehrentafel Österreichischer Tonkünstler]
- A. Bösch-Niederer in [Kat.] Aus Musikernachlässen der Stadtbibliothek Feldkirch 1984
- M. Getzner, Vorarlberger Komponisten 1 (2017)
- E. Schneider in Montfort 23 (1971)
- O. L., Der österr. Musiker H. 7/8 (Juli-August 1936), 116
- WV [o. J.]
- MGG 9 (1961) [Österreich]
- MGÖ 3 (1995)
- Slg. Moißl
- Mitt. Archiv MUniv. Wien
Abbildungen
Hörbeispiele
Autor:innen
- Christian Fastl
- Karoline Hochstöger
Letzte inhaltliche Änderung
4.9.2023Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Karoline Hochstöger, Art. „Lutz, Oswald“ (4.9.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d836 (abgerufen am )
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