Lžičař, Slavoljub (eig. František Eduard)

* 4.12.1832 Reichenau an der Knieschna (Rychnov nad Kněžnou/CZ), † 3.2.1901 Petrinja/Slawonien (heute HR)

Chorleiter, Komponist, Musikpädagoge

Seine musikalische Ausbildung erhielt er in Prag. Anfang der 1860er-Jahre gründete L. in Agram eine MSch., deren Existenzzeitraum jedoch unbekannt ist. Er beteiligte sich an der Gründung des kroatischen Sängervereins Kolo in Agram und war dessen erster Dirigent (1862–65). Am 1. Oktober 1865 übernahm er in Pancsova (Pančevo/SRB) als Nachfolger von D. Jenko die Leitung des Serbischen Kirchen-Gesangvereins. Unter seiner Leitung sang der Chor häufig Werke tschechischer, serbischer, kroatischer und slowenischer Komponisten. Wegen seiner Strenge und hohen Ansprüche war er bei den Sängern jedoch unbeliebt. Nach Ablauf seines Vertrags empfahl der Vorstand keine Vertragsverlängerung, die Kirchengemeinde verlängerte ihn dennoch. Aufgrund weiterer Konflikte beschloss die Hauptversammlung am 29. März 1899 die Beendigung seines Engagements. Ab 1869 war er als Chorleiter des Serbischen Kirchen-Gesangvereins in Mitrowitz (Sremska Mitrovica/SRB) und später in Maria-Theresiopel (Subotica/SRB) tätig. 1877–94 unterrichtete er Musik an der Lehrerbildungsanstalt in Petrinja, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte und wirkte. Seine Alben mit Salonstücken für Klavier waren zu Beginn des 20. Jh.s sehr beliebt.

Werke

Salonmusik f. Kl.; Chorwerke (Bearbeitungen v. Volksliedern und Messen).

Literatur

Autorin

  • Marijana Kokanović Marković

Letzte inhaltliche Änderung

7.11.2025

Empfohlene Zitierweise

Marijana Kokanović Marković, Art. „Lžičař, Slavoljub (eig. František Eduard)“ (7.11.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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