L’Orfeo Barockorchester

1996 gegründetes Orchester für Alte Musik mit Sitz in Linz

Das L’Orfeo Barockorchester wurde 1996 von M. Gaigg und C. v. Heerden gegründet und hat seinen Sitz in Linz. Das Orchester und seine beiden Gründerinnen haben über drei Jahrzehnte eine Klang-DNA geschaffen, in der Neugier, Präzision und mutige Kreativität aufeinandertreffen: eine musikalische Heimat, immer wieder neu gedacht, fortgeschrieben und geprägt von einem Ensemblekern, der Kontinuität und Erneuerung vereint. Oder wie die Neue Zürcher Zeitung formulierte: Das L’Orfeo Barockorchester spricht mit einem „individuellen Charakter abseits globalisierter Einheitsklanglichkeit“. Das vielschichtige Repertoire des Orchesters reicht von Suiten des französischen, deutschen und österreichischen Barock über Sinfonien der Mannheimer Schule bis hin zur Werken aus Vorklassik, Wiener Klassik und Frühromantik. Das L’Orfeo Barockorchester ist auch als Opernorchester tätig und brachte u. a. Werke von G. F. Händel, Georg Philipp Telemann, Jean-Philippe Rameau, G. A. Benda, Ch. W. Gluck und G. Rossini zur Aufführung bzw. spielte etwa die „Türkenoper“ L’incontro improvviso von J. Haydn und Opernarien von W. A. Mozart auf Tonträger ein. Tourneen führten das L’Orfeo Barockorchester bisher durch ganz Europa, Südafrika und Namibia zu Festivals und Aufführungsstätten wie Brucknerhaus, Theater an der Wien, Musikverein Wien, Wiener Konzerthaus, Salzburger Festspiele, Barocktage Stift Melk, Herbstgold Festival Eisenstadt, Schubertiade, Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, Lucerne Festival/CH, Elbphilharmonie Hamburg/D, Beethovenfest Bonn/D, Händel-Festspiele Halle/D, Tage Alter Musik Regensburg/D, Rudolfinum Prag/CZ, EXPO 2015 Mailand und Palau de la Música Catalana/ES. Das L’Orfeo Barockorchester widmet sich auch dem Nachwuchs: Auf seine Initiative hin coachen Orchestermitglieder im Rahmen des Euridice Barockorchesters Studierende der Anton Bruckner Privatuniversität und nehmen an Aufführungen teil. Um die kammermusikalische Herangehensweise des Orchesters an die Orchesterliteratur auch in einer passenden Besetzung zu leben, formierte sich 2009 unter der Leitung Heerdens das L’Orfeo Bläserensemble. Dieses spielt, jeweils mit dem entsprechenden Instrumentarium, Werke des 18. Jahrhunderts über klassische Harmoniemusik bis hin zu frühromantischen Werken. Es gastierte u. a. bei den Donaufestwochen im Strudengau/NÖ/OÖ, beim Festival Imago Dei/NÖ, dem Deutschen Mozartfest Augsburg, dem Mozartfest Würzburg/D, beim Schleswig-Holstein Musikfestival/D, den Ittinger Sonntagskonzerten/CH, in Magdeburg/D und Hildesheim/D. 2010 erschien ein erster Tonträger mit sämtlichen Oktetten und Quintetten von Josef Mysliveček, danach wurden alle Werke Telemanns für kammermusikalische Bläserbesetzung (Oboen, Hörner und Fagott) aufgenommen. Insgesamt wurden unter Gaiggs und Heerdens (Bläserensemble) Leitung, überwiegend bei cpo, an die 50 Tonträger eingespielt, darunter Opern- und Ersteinspielungen, von denen viele ausgezeichnet wurden. 2021 erschien etwa die Gesamteinspielung aller Sinfonien und Fragmente von F. Schubert.

Ehrungen

  • mehrere Auszeichnungen, u. a. von Diapason, Le Monde de la Musique, BBC Music Magazine, Gramophone, Forbes, Fono Forum, Pizzicato und Ö1 sowie ein ECHO- und OPUS KLASSIK-Preis

Werke

Alben: an die 50 Tonträger, erschienen meist bei cpo.

Literatur

  • L’Orfeo Barockorchester, https://www.lorfeo.com (24.6.2026)
  • Mitt. Michi Gaigg und Carin van Heerden (6.7.2026)

Abbildungen

Autorin

  • Eva Maria Hois

Letzte inhaltliche Änderung

8.10.2026

Empfohlene Zitierweise

Eva Maria Hois, Art. „L’Orfeo Barockorchester“ (8.10.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (abgerufen am )

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