K. erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Klavier, Orgel und Violine bei seinem Vater Johann K. (* 4.4.1846 St. Stefan ob Stainz/St, † ?), einem Lehrer, Organisten und Postmeister. Nach der Volksschule in Dobl besuchte er ab 1919 das Realgymnasium in Graz, wo er Organist der Schulkapelle wurde. Daneben erhielt er u. a. Unterricht in Harmonielehre und Kontrapunkt bei Domkapellmeister R. Weis-Ostborn, in Harmonielehre, Kontrapunkt und weiterführender Musiklehre bei W. Kolneder und A. Michl. K. maturierte 1925 an der Lehrerbildungsanstalt in Graz, nach mehreren Stationen als Volksschullehrer kam er 1928 an die Hauptschule in Voitsberg/St. 1940 wurde er Mitglied der NSDAP. Während des Zweiten Weltkriegs war K. Musikschulleiter in der von der Wehrmacht besetzten Untersteiermark (heute Slowenien), nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft kam er an die Mädchenhauptschule Voitsberg und schließlich als Direktor an die Hauptschule in Bärnbach/St. 1948–62 leitete K. die Volksmusikschule in Voitsberg, führte den Unterricht für Volksmusikinstrumente ein und förderte dabei besonders das diatonische Hackbrett (Hackbrett-Fibel 1951). K. sammelte Volksmusik und nahm in seinen Kompositionen mehrmals Bezug darauf, er interessierte sich aber auch für Sagen, Märchen und die Mundart. Als Komponist konnte er an den Erfolg seines Klavierquartetts (1949) nicht mehr ganz anschließen.
Ehrungen
- J. Marx-Musikpreis des Landes Steiermark 1948 u. 1979
Werke
Dornröschen (Kinderoper); Mooskirchner Tänze op. 15/5, 1940; Festliches Vorspiel über ein Bergmannslied op. 17, 1943; Eine Suite nach steirischen Tänzen 1946; Bergmannskantate op. 21, 1956/61; Kammermusik; Bläsermusik; Klavierwerke; Klavierquartett 1949; Lieder; Fanfaren; Musik für den Schulgebrauch; Chor- und Liedsätze.
Schriften
- Volksdichtung aus dem Kainachtale 1936
- Sagen, Märchen, Schwänke aus dem Kainachtal 1939
- Sagen, Märchen, Schwänke aus dem Schalltal 1943 [Ms.]
- Hackbrett-Fibel 1951, 21954
- Zur Gesch. der steirischen Volksmusik und ihres Instrumentariums 1955
- Die Volksmusikpflege in der weststeirischen Landschaft in W. Wünsch (Hg.), Beiträge zur Österr. Volksliedkunde 1967
- Einiges zu meinen volkskundlichen Arbeiten und Sammlungen im Bezirk Voitsberg in K. Stekl/W. Suppan (Hg.), [Fs.] Steir. Musikerjubiläen 1971, 1972
- Weststeir. Volksdichtung. Reime, Rätsel, Lieder, Kinderspiele und Sprüche 1976
- Musikantenausdrücke aus dem Bezirk Voitsberg in Mitt. d. Steir. Tonkünstlerbundes 78 (1980)
- Mooskirchner Tänze. Altsteirische Tanzweisen 1984
- Weststeir. Sagen, Märchen und Schwänke 1986
- gem. m. C.-J. Hutterer u. E. Walcher, Weststeir. Wörterbuch. Grammatik und Wortschatz nach Sachgruppen 1987
Literatur
- H. Pock, W. K. Komponist, Volkskundler und Pädagoge, Dipl.arb. Graz 1989
- StMl 1962–66 u. 22009
- M. Rosenzopf, Weststeir. Musikantentum 2016, 49–52
- Taufbuch der Pfarre Dobl 1882–1926, fol. 146
Abbildungen
Links
Autorinnen
- Eva Maria Hois
- Elisabeth Th. Hilscher
Letzte inhaltliche Änderung
4.9.2024Empfohlene Zitierweise
Elisabeth Th. Hilscher, Eva Maria Hois, Art. „Kainz, Walter“ (4.9.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d37b (abgerufen am )
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