Kainrath, Tini (eig. Christine)

* 6.6.1968 Wien

Sängerin, Komponistin, Texterin, Schauspielerin

K. begann mit 15 Jahren im Schulchor des Oberstufenrealgymnasiums Hegelgasse (Wien I) zu singen. Dieser wurde von P. C. Altmann geleitetet, in dessen Neuem Wiener Vokalensemble sie nach der Matura tätig war. 1988–95 war sie Mitglied der Rocktheatergruppe Hallucination Company. 1993 gründete sie mit Lynne Kieran und Kim Cooper The Rounder Girls, die bis 2013 bestanden und am Eurovisions Song Contest in Stockholm 2000 für Österreich den 14. Platz im Finale erreichten. Erste Kontakte zum Wienerlied knüpfte sie 1992 bei der Produktion Wiener Lust. In einer Kooperation mit dem Duo Hojsa-Emersberger erlernte sie die Kunst des Dudelns, die wienerische Variante des Jodelns. 2006 war sie mit W. Resetarits und StringFizz an der Produktion Gershwin in Wien beteiligt. Mit der Gruppe Klezmer Reloaded pflegt sie jüdische Musik aus dem Osten Europas und kombiniert diese u. a. mit Jazz, Salsa und Tango. Zusammen mit S. Finkel, M. Coleman und Monika Lang bildete sie die Formation Freihaus 4, die 2011 mit Im Proda eine wienerische Brecht-Bearbeitung auf CD veröffentlichte. 2024 formierte sich K. mit Marie-Theres Stickler und Maria Stippich zu einem Trio zur Pflege der Wiener Musik und des Dudelns. Seit März 2025 ist sie in der Revue Remassuri von A. Heller zu sehen. Die Anzahl an Projekten und Kooperationen ist umfangreich und vielfältig. K. arbeitete u. a. mit J. Zawinul, Gloria Gaynor, W. Resetarits, A. Corrêa, dem Upper Austrian Jazz Orchestra, K. Hodina, W. Ambros, Norbert Schneider, Harry Stojka, Z. Weinrich, K. Ratzer, Peter Havlicek, U. Soyka, S. Kopmajer, Meena Cryle, H. v. Goisern, Josef Hader, Alfred Dorfer, Roland Düringer, Erwin Steinhauer und L. Resetarits zusammen. Ihr Repertoire spannt einen weiten Bogen von Jazz, Gospel, Soul, Wienerlied und Klezmermusik bis hin zu Rock und Pop. Als Schauspielerin war sie ab 1993 in mehreren Filmen und Serien zu sehen, darunter Muttertag (1993), Kaisermühlenblues (1997), Tatort (1999), Silentium (2005) und Schnell ermittelt (2010). 2010–16 spielte sie bei den Sommerspielen Melk, 2017 bei den Sommerspielen Marchegg.

Werke

Alben (Auswahl) gem. m. dem Upper Austrian Jazz Orchestra: Wein, Weib und Gesang 2008; gem. m. W. Resetarits & StringFizz: I got rhythm.wosbrauchimea? 2009; Im Woid 2019; gem. m. P. Havlicek: Wia a rode Rosn 2021.

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Emanuel Wenger

Letzte inhaltliche Änderung

19.3.2026

Empfohlene Zitierweise

Emanuel Wenger, Art. „Kainrath, Tini (eig. Christine)“ (19.3.2026), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0029ceca (abgerufen am )

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