Futurismus

Avantgarde-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts

Deren besondere Verherrlichung der modernen Maschinen sollte in Italien (1. futuristisches Manifest von Filippo Tommaso Marinetti 1909) und Russland auch ziemlich folgerichtig in die dort entstehenden totalitären Systeme münden. Dass der F. in Österreich in diesem Sinne keine besondere Bedeutung erlangte, dürfte hauptsächlich darin gelegen sein, dass er durch den „Versuch einer Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Lebenspraxis“ gekennzeichnet war, während – um nur von diesem Bereich zu sprechen – die meisten österreichischen Komponisten dieser Zeit an der Musik als Kunstform (Ästhetik) festhielten, insbesondere A. Schönberg und sein Kreis, nicht jedoch J. M. Hauer (inwieweit er, F. H. Klein oder Max Brand vom F. beeinflusst gewesen sein könnten, ist offen). Der Aspekt „Zukunft“ wurde, wie allgemein in der zeitgenössischen Kunstdiskussion (H. Bahr), von allen in anderer Weise bes. reflektiert: z. B. durch die Zweite Wiener Schule und Hauer als Hoffnung auf allgemeine Durchsetzung ihrer Zwölftonprinzipien, durch Schönberg als musikalischer Fortschritt und besondere Betonung der Neuheit, F. Busoni als gedankliche Vorausnahme von Mikrointervallen und der elektronischen Musik. Die frühe, jedoch vorübergehende Bezeichnung Schönbergs als „Futuristen“ ist polemischer Natur.

Literatur

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

18.2.2002

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Futurismus“ (18.2.2002), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001ce63 (abgerufen am )

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