Schüler von J. Epstein (Klavier, 1856–62), J. Rufinatscha (Komposition) und O. Dessoff (Instrumentation), unternahm ab Mitte der 1860er Jahre ausgedehnte Konzertreisen (u. a. Deutschland, England); langjährige Freundschaft mit K. Goldmark. Ab 1872 (mit einer Unterbrechung ab 1878) Lehrer an der Horak-MSch., später (ab 1882?) bis zu seinem Tod Direktionsmitglied und Examinator an der Ausbildungsschule, widmete sich in seinen späteren Lebensjahren ausschließlich der Komposition. B. zählt zum Freundeskreis um J. Brahms, der ihn als Pianist sehr schätzte. Seine Kompositionen erfreuten sich zu Lebzeiten großer Beliebtheit, gerieten aber wegen ihres zeitgebundenen Stils nach seinem Tod bald in Vergessenheit.
Gedenkstätten
- Gedenktafel Heumühlgasse 4 (Wien IV)
Werke
11 Opern (Der Bettler von Samarkand, Das goldene Kreuz, Gringoire); 1 Symphonie; 3 Orchesterserenaden; Konzerte; Kammer- u. Klaviermusik; Lieder.
Literatur
- NGroveD 4 (2001)
- MGG2 (1952) u. 3 (2000)
- H. Wecker, Der Epigone. I. B. 1994
- H. Schwarz, I. B. u. sein Freundeskreis 1922
- Czeike 1 (1992)
- ÖBL 1 (1957), Kosel 1902
- Eisenberg 1893
- A. Ehrlich (Hg.), Berühmte Klavierspieler der Vergangenheit und Gegenwart 1893
- W. Dörr, Zur Gesch. der Horak’schen Clavier-, Orgel- und Gesangschulen 1892
- eigene Recherchen (Jahresberichte der Horak-MSch.)
Abbildungen
Autor:innen
- Elisabeth Th. Hilscher
- Christian Fastl
Letzte inhaltliche Änderung
14.11.2024Empfohlene Zitierweise
Christian Fastl, Elisabeth Th. Hilscher, Art. „Brüll, Ignaz“ (14.11.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001f971 (abgerufen am )
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