Lernte Klavier bei C. Frühling und Musiktheorie bei J. B. Foerster, war nach Musikgeschichts- (G. Adler, M. Dietz) und Jus-Studium in Wien (Dr. jur. 1911) sowie Teilnahme am Ersten Weltkrieg Richter in Salzburg und Wien; daneben Studium am Mozarteum bei F. Frischenschlager (Kontrapunkt), F. Petyrek (Klavier) und B. Paumgartner (Dirigieren und Instrumentation). Ab 1922 war U. Musikkritiker bei der Salzburger Wacht, 1925–35 bei der Rheinischen Musikzeitung, 1926–38 bei der Neuen Freien Presse in Wien. 1938 emigrierte er nach London (Exil) und schrieb 1940–62 für verschiedene englische Musikzeitschriften (Musicology, Zeitspiegel, ab 1944 Herausgeber der Kulturblätter bzw. der Kulturellen Schriftenreihe des Free Austrian Movement). Zurück in Wien, wirkte U. 1946–58 als Richter (zuletzt 2. Präsident) am Obersten Gerichtshof und war danach Präsident des Patentgerichtshofs. 1946–67 war er daneben Musikkritiker bei der Tageszeitung Neues Österreich in Wien und publizierte ab 1947 mehrere Aufsätze sowie Rezensionen v. a. in der Österreichischen Musikzeitschrift und der Musikerziehung. Als Komponist mit ausgeprägter Satztechnik war U. der Spätromantik verbunden. Bedeutend sind seine kritischen Betrachtungen zum musikalischen Zeitgeschehen geblieben.
Ehrungen
- Prof.-Titel
Werke
Ballett-Pantomime Der erste Ball 1923; Orchesterwerke (Symphonie F-Dur; Hanneles Himmelfahrt; Mandragola; Suite im alten Stil); Kammermusik; Klavierwerke; Lieder. – Nachlass in der Musik-Slg. der ÖNB.
Schriften
- Die rechtliche Regelung des privaten Musik-Unterrichts in Preußen, Diss. Heidelberg 1930
- Salzburg. Bildnis einer Stadt 1948
- Fortschritt u. Tradition – 10 Jahre Musik in Wien 1945–55, 1956
- Julius Bittner in Neue österr. Biographie 1815–1918, 14 (1959)
- Maria Theresia Paradis u. Mozartin ÖMZ 4 (1949)
- Maria Theresia Paradis als Musikpädagoginin ME 14 (1960/61)
- Maria Theresia Paradis’ große Kunstreisein ÖMZ 15–20 (1960–65)
- Julius Bittner 1968
- Die blinde Glasharmonikavirtuosin Marianne Kirchgessner u. Wien 1971
- Alfred Julius Becher. Der Spielmann der Wr. Revolution 1974
- Ludwig van Beethovens letzte Oratorienpläne in StMw 33 (1982)
- Alfred Julius Becher in MGG 2 (1949)
- Maria Theresia v. Paradi(e)sin MGG 10 (1962)
Literatur
- NGroveD 26 (2001)
- DBEM 2003
- MGG 13 (1966)
- Orpheus im Exil 1995
- Riemann 1961 u. 1975
- Müller-Asow 1929
- -nd- [F. Endler] in Die Presse 14.8.1978
- ÖMZ 38 (1983), 32
- V. Junk, Hb. des Tanzes 1930
- Ulrich 1997
- Slg. Moißl
Autor
- Uwe Harten
Letzte inhaltliche Änderung
17.2.2025Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Art. „Ullrich, Hermann Josef“ (17.2.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e53c (abgerufen am )
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