Sohn eines Mediziners. Nach dem Besuch des Schottengymnasiums (Wien I) ab 1875 Studium der Musikwissenschaft an der Univ. Wien u. a. bei E. Hanslick, Promotion 1883, Habilitation aus Musikgeschichte [!] 1886 nach einem fast einjährigen Forschungsaufenthalt in Paris. D. hielt in der Folge ab dem Sommersemester 1886 40 Jahre lang an der Univ. Wien ein bis zwei Vorlesungen pro Semester zur Musikgeschichte des 17. Jh.s bis zur Gegenwart (insgesamt vor rund 2.500 Hörern). Außerdem unterrichtete er auch Musikgeschichte an den MSch.n Kaiser (ab Herbst 1899) und Lutwak-Patonay (ab Herbst 1907). Darüber hinaus Mitarbeiter mehrerer Zeitungen und Zeitschriften in Wien (Neue Freie Presse, Fremdenblatt, Montags-Revue, Allgemeine Kunst-Chronik) und Deutschland (Kölnische Zeitung, Signale für die musikalische Welt). 1891 übernahm er die Redaktion der Musikalischen Rundschau. Wesentlichen Einfluss übte er auch als Prüfer für Musikgeschichte für das Musiklehramt (neben E. Hanslick bzw. G. Adler) und bei den Musikstaatsprüfungen aus. Ab dem Sommersemester 1926 war er krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage, den universitären Unterricht aufrechtzuerhalten, wodurch er in eine finanzielle Notlage geriet. Der Plan einer Universitätskommission, ihn aus sozialen Gründen zum wirkl. ao. Prof. zu ernennen und ihm dadurch eine Pension zu ermöglichen, konnte nicht mehr umgesetzt werden. D. ist einer der frühesten habilitierten Vertreter des Faches Musikwissenschaft in Österreich, vertrat die quellenkundlich-historische Richtung.
Ehrungen
- tit. ao. Prof. 1908 (gem. m. R. Wallaschek)
- Regierungsrat 1913
Schriften
- Geschichte des musikalischen Dramas in Frankreich während der Revolution bis zum Direktorium 1885
- mehrere Editionen barocker Musik (z. B. von Kaiser Leopold I. 1891)
- Artikel für die ADB (A. W. Ambros, L. Rotter, A. Salieri, J. Weigl, M. Wilt, P. v. Winter)
Literatur
- ÖBL 1 (1957)
- Czeike 2 (1993)
- Riemann 1959
- Linzer Volksbl. 14.8.1928, 7
- NZfM 95/10 (1928), 589
- Extrapost 12.10.1891, 6
- Wr. Ztg. 18.6.1892, 7
- Arbeiter-Ztg. 19.10.1899, 8
- NFP 17.9.1907, 19
- Neues Wr. Tagbl. 23.10.1913, 12
- Taufbuch der Pfarre Am Hof (Wien I) 1853–63, fol. 92
- http://www.demos.ac.at (10/2018)
- Personalakt Archiv Univ. Wien
Abbildungen
Autorin
- Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
20.11.2018Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Dietz, Max (eig. Maximilian Karl Victor)“ (20.11.2018), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cbbe (abgerufen am )
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