Sein Vater Jan Štiepán war Kantor. J. A. wurde Sängerknabe, floh aber 1741 vor den Preußen nach Wien, wo er von einem gewissen Hammel (Kapellmeister des Grafen Franz Heinrich Schlick) Violinunterricht erhielt und im Klavierspiel wie auch in der Komposition G. Ch. Wagenseil als Lehrer hatte. Er wurde ein geschätzter Klaviervirtuose und -pädagoge. 1766–75 war St. am Wiener Hof als Klavierlehrer der Erzhzg.innen Maria Carolina und Maria Antonia (Töchter von Maria Theresia) angestellt. Aufgrund einer Augenerkrankung erhielt er eine Pension, gab jedoch weiter Privatunterricht (zu seinen Schülerinnen zählten M. v. Kurzböck und K. Pichler [-Greiner]) und komponierte. Bemerkenswert sind seine Liedersammlungen (die frühesten in Wien) und formal einfallsreiche, auf die Wiener Klassik weisende Klavierwerke.
Werke
Werke f. Kl. (Konzerte, Sonaten, Tänze, Divertimenti); Lieder (NA in DTÖ 54 [1920]); Operette; geistliche Werke.
Literatur
- NGroveD 24 (2001)
- LdM 2000
- MGG 12 (1965) [Štěpán]
- Riemann 1961 u. 1975 [Steffan]
- Wurzbach 37 (1878) [Steffan]
- Dlabacž 1815
- MGÖ 2 (1995)
Abbildungen
Autor
- Alexander Rausch
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2006Empfohlene Zitierweise
Alexander Rausch, Art. „Stephan (Steffan, Štěpán), Joseph Anton“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e36e (abgerufen am )
Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.

