Sioly, Johann Nepomuk Karl

* 26.3.1843 Wien, † 8.4.1911 Wien

Komponist, Pianist

Studierte 1853–59 Violine am Konservatorium der GdM zuerst bei G. Hellmesberger, ab 1855 bei J. Hellmesberger. Zunächst Orchestermusiker, ab 1861 Mitglied mehrerer Wiener Volkssänger-Gesellschaften (u. a. ab 1864 bei Franz Schieferl und K. Drexler). Ab 1869 begleitete er A. Mansfeld am Klavier, mit der er bis zu ihrer Geisteskrankheit 1873 auch privat verbunden war. Danach war er u. a. bei E. Guschelbauer und in der Gesellschaft von A. Amon sen. tätig, 1879 schloss er sich mit Guschelbauer den Duettisten W. Seidl und W. Wiesberg an. Er komponierte ca. 1.000 Wienerlieder, von denen einige noch heute (2019) sehr beliebt sind, weiters Couplets, Duette und Gstanzln. Er wurde „der Strauß des Brettls“ genannt.

Gedenkstätten

  • Siolygasse (Wien XIX)
  • ehrenhalber gewidmetes Grab am Wr. Zentralfriedhof (Wien XI)

Werke

I bin a echter Weana; Das hat ka Goethe g’schrieb’n [T: W. Wiesberg]; Der alte Drahrer (Weil i a alter Drahrer bin) [T: Ernst Polhammer]; Heut hab’ i schon mein Fahnl [T: J. Hornig]; Das waß nur a Weana [T: F. Kriebaum]; Es-damdam-G’stanzl’n; Couplets, Lieder. – Nachlass: WStLB.

Literatur

  • ÖBL 57. Lfg. (2004)
  • Czeike 5 (1997)
  • Riemann 1975
  • Lang 1986
  • J. Koller, Das Wr. Volkssängertum in alter u. neuer Zeit 1931
  • Personenlex. Öst. 2001
  • Hauenstein 1976
  • R. Sieczynski, Wienerlied, Wr. Wein, Wr. Sprache 1947
  • DBEM 2003
  • F-A 1936
  • MGÖ 3 (1995)
  • [Grazer] Tagespost 23.7.1861, [10]
  • Fremden-Bl. 19.9.1864, [10]
  • Taufbuch der Pfarre St. Ulrich (Wien VII) 1843–44, fol. 54
  • eigene Recherchen (Jahresberichte des Konservatoriums der GdM)

Abbildungen

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

30.10.2025

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Sioly, Johann Nepomuk Karl“ (30.10.2025), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e291 (abgerufen am )

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