Seidl, Wenzel

* 14.1.1842 Gumpendorf (Wien VI), † 6.3.1921 Wien

Volkssänger

Trat im Theater an der Wien in Kinderrollen auf und absolvierte eine Kellnerlehre. 1863 gab er sein Sängerdebüt in der Gesellschaft von K. Drexler und gehörte in der Folge den Sängergesellschaften von A. Mansfeld, F. Hornischer und A. Amon sen. (ab 1870) an, wobei er als Solosänger und Duettist auftrat. 1879 gründete er mit dem Dichter W. Wiesberg die Gesellschaft S. und Wiesberg, die unter den damaligen Duettisten Wiens als die erfolgreichste und qualitativ höchststehende galt. Zahlreiche Texte Wiesbergs vertonte hierbei J. Sioly (Das hat ka Goethe g’schrieb’n, I bin a echter Weana, Die Deutschmeister san do). Konzertreisen führten S. und seine Gesellschaft – ab 1890 führte er sie alleine – auch ins Ausland, seine Singpartner waren bis 1893 ein Natursänger namens Jauner und anschließend bis 1906 Anton Schäfer. Ein auf seine Haarfarbe anspielendes Couplet mit dem Refrain Weil i der rote S. bin verhalf ihm zu seinem bleibenden Spitznamen.

Gedenkstätten

  • Grab ehrenhalber am Wr. Zentralfriedhof

Ehrungen

  • Taxfreies Wr. Bürgerrecht 1903

Literatur

Abbildungen

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

27.4.2023

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Seidl, Wenzel“ (27.4.2023), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e22e (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.