Seiz (Seitz, deutsch für slowenisch Žiče)

Ehemalige Kartause (und Ort) in Slowenien

In der ehemaligen Untersteiermark (heute Slowenien), im Gebiet von Špitalič pri Slovenskih Konjicah (Gemeinde Slovenske Konjice), gelegen; älteste Kartause außerhalb von Frankreich und Italien, eine Gründung des steirischen Markgrafen Ottokar V. und direkt aus der Grande-Chartreuse bei Grenoble/F besiedelt (um 1160). Kam im späten Mittelalter zu hohem Ansehen (besiedelte u. a. Mauerbach), nach dem Niedergang als Folge der Reformation und einem gewissen Wiederaufstieg in der Barockzeit wurde sie 1782 durch K. Joseph II. aufgehoben. Dabei wurden die Handschriften die UB Graz übertragen. Darunter befinden sich Gradual-Fragmente aus dem 13./14. Jh., als wohl älteste Kartäuser-Handschrift überhaupt das Antiphonale 273 (frz. Herkunft, um 1250), v. a. aber zahlreiche Handschriften aus dem 15. Jh. (d. i. nach der Wiedervereinigung des Ordens von 1410), welche die Bedeutung der S.er Schreiber für den Orden belegen. Als eine gewisse Parallele zu dem Grazer Antiphonale 273 kann ein Kartäuser-Graduale in der UB Laibach (Ms. 22, 13. Jh.) angesehen werden, dessen Herkunft nicht geklärt ist. Die Gebäude von S. waren bis vor Kurzem dem Verfall preisgegeben.

Literatur

Autor

  • Rudolf Flotzinger

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Rudolf Flotzinger, Art. „Seiz (Seitz, deutsch für slowenisch Žiče)“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e23f (abgerufen am )

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