Salve Regina

Eine der vier Marianischen Antiphonen (neben Alma redemptoris mater, Regina caeli laetare und Ave Regina caelorum), im heutigen Offizium am Ende der Komplet in der Zeit von Trinitatis bis vor Advent gesungen.

Das S. R. taucht zum ersten Mal (häufig noch in syllabischer Version) in zisterziensischen französischen Quellen des 12. Jh.s auf und wurde von diesem Orden, später auch von den Dominikanern, propagiert, bis es um 1520 ins römische Brevier aufgenommen wurde. Von den deutschsprachigen Versionen im Minnesang und Meistersang seien die Weisen des Reinmar v. Zweter (Donaueschinger Liederhs., Faks. bei Maier) und H. Sachs genannt. Seit dem frühen 15. Jh. wurde die Antiphon im Rahmen von (außerliturgischen) Andachten auch mehrstimmig gesungen, wofür Bruderschaften etwa in Antwerpen/B die bedeutendsten franko-flämischen Komponisten und Musiker gewannen (so war Pierre de la Rue, der sechs S. R. vertonte, Mitglied der Bruderschaft in ’s-Hertogenbosch/NL). Zeugnisse der Gegenreformation, die sich über Martin Luthers Ablehnung des S. R. hinwegsetzte, sind die Gattungsbeiträge von J. Vaet oder G. Prenner. Orgelbearbeitungen (Versetten) in Alternatim-Praxis stammen u. a. von P. Hofhaimer und A. Schlick. Eine weitere Besonderheit, die die damalige Beliebtheit dieser Marienantiphon bezeugt, stellt die deutsche Paraphrase Fraw von herczen im Codex Michaelbeuern, Man. cart. 1 (fol. 70v) aus St. Peter in Salzburg dar (Kirchenlied). Unter den unzähligen Vertonungen der jüngeren Musikgeschichte ragen jene von M. Haydn und Fr. Schubert heraus.

Literatur

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Salve Regina“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001e038 (abgerufen am )

Dieser Text wird unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0 zur Verfügung gestellt. Das Bild-, Film- und Tonmaterial unterliegt abweichenden Bestimmungen; Angaben zu den Urheberrechten finden sich direkt bei den jeweiligen Medien.