Richter, Familie

Orgelbauer

Josef: * 16.3.1679 Linz, † Jahresmitte 1729 Linz. Als Orgelbauer ständig in Linz ansässig und v. a. durch Instandsetzungen und Umbauten in Oberösterreich bekannt. Die 1727 erbaute Orgel in St. Peter am Wimberg/OÖ (I/7) entstammt dieser Werkstatt.

Sein Bruder

Franz Anton:* 4.2.1688 Linz, † 11.12.1765 Brünn/Mähren (Brno/CZ). Verbrachte seine Lehrzeit bei J. D. Sieber in Brünn, betrieb zwischen 1719/23 jedoch eine Werkstätte in Brixen, ohne dort langfristig Fuß fassen zu können. 1723 kehrte er nach Brünn zurück und übernahm durch die Heirat mit der Witwe Siebers 1725 die Werkstatt seines Lehrherrn. Sein Arbeitsschwerpunkt lag in Mähren, in Niederösterreich baute er 1728 die Orgel in Asparn an der Zaya und 1742–44 jene in Wilfersdorf.

Josefs Söhne

Lorenz Franz:* 9.8.1722 Linz, † 13.2.1785 Freistadt/OÖ. Seine Mutter Justina R. hatte als Witwe den Orgelbauer Johann Hacklinger geheiratet. In dessen Werkstätte dürfte L. F. R. das Orgelbauerhandwerk erlernt haben. Später war er Geselle A. L. Preisingers in Freistadt. Nach dessen Tod dürfte er die Werkstätte als Geschäftsführer des Witwenbetriebes weitergeführt haben. Erst mit der Heirat der Witwe Rosa Maria Theresia Preisinger am 17.7.1758 übernahm er deren Freistädter Werkstätte. Als um 1774 Franz Höllenbrand (Hillenbrandt) aus Böhmen sich in Freistadt niederlassen wollte, trat R. erfolgreich gegen ihn auf. R.s Tätigkeitsbereich war nicht nur die Umgebung Freistadts, sondern dank seines Rufes lieferte er Werke auch ins weiter entfernte Meggenhofen/OÖ und nach Niederösterreich. Von den derzeit nachweisbaren Werken sind die Orgeln in den Pfarrkirchen St. Leonhard bei Freistadt (1753), Meggenhofen (1759), Münzbach/OÖ (1775), St. Stefan am Walde/OÖ (?) und Kefermarkt/OÖ (1778) weitgehend original erhalten. Mit ihrem spätbarocken Klangbild zählen sie zu den wertvollsten Klangdenkmälern des Landes (s. Tbsp.).

Werke

Zumindest die Gehäuse mit ihrer charakteristischen Gehäuse- und Prospektgestaltung sind in Amstetten (1762/63), Bad Zell/OÖ (1765), Bad Leonfelden/OÖ (Bründlkirche, Brüstungspositiv, 1766), Gallneukirchen/OÖ (1767), Windhaag bei Freistadt/OÖ (1769), Unterweißenbach/OÖ (1769), Neumarkt im Mühlkreis/OÖ (1771), Wartberg ob der Aist/OÖ (1775), Feldkirchen an der Donau/OÖ (1781), Hartkirchen/OÖ (Rückpositiv, 1781–83), Walding/OÖ (1783), Pabneukirchen/OÖ (?), St. Peter bei Freistadt/OÖ (?), Freistadt (Liebfrauenkirche; ?), Lasberg/OÖ (?) und in Unterhaid (Dolní Dvorište/CZ) (?) erhalten.

Franz Ignaz:* 28.7.1724 Linz, † 29.9.1778 Wien. Übernahm 1768 die Werkstatt von S. Burckhardt in Wien, trat aber, soweit bisher bekannt, nur mit Umbauten und Instandsetzungen in Erscheinung.

Literatur

Hörbeispiele

Autoren

  • Gottfried Allmer
  • Karl Mitterschiffthaler

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Gottfried Allmer, Karl Mitterschiffthaler, Art. „Richter, Familie“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x000790f5 (abgerufen am )

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