Sieber, Johann David

* ca. 1670 Böhmisch Leipa/Böhmen (Česká Lípa/CZ), † ?.3.1723 Brünn/Mähren (Brno/CZ)

Orgelbauer

Erlernte den Orgelbau angeblich bei Johann Gottfried Halbich d. Ä. (ca. 1660–1720) in Grulich (Králíky/CZ). Noch vor 1693 wirkte er in Prag und vor 1700 ließ er sich in Brünn nieder, wo er 1701 den Bürgereid ablegte. 1711 bewarb er sich erfolglos um den Bau einer neuen Orgel von St. Stephan in Wien. 1714 wurde er mit dem Bau einer Orgel für die Michaelerkirche beauftragt. Dieses Werk stellt nach der Restaurierung von Jürgen Ahrend 1987 die größte historische Barockorgel Wiens dar. Ähnliche große Werke hatte er vorher an St. Thomas in Brünn (1700) und 1705 in Schweidnitz (Swidnica/PL) gebaut. Zu S.s Besonderheiten gehörte die Disponierung der Zungenregister nicht nur im Pedal, sondern auch in den Manualwerken sowie der „klingende Spieltisch“, der die Stimmen des Continuowerks enthält und eine sehr sinnreiche Konstruktionslösung darstellt. In Mähren haben sich S.-Orgeln nur in Polná und im Kloster Saar (Žďár/CZ) erhalten. S. war zweifellos einer der hervorragendsten Orgelbauer in Mitteleuropa im 1. Viertel des 18. Jh.s.

Literatur

Autor

  • Jiří Sehnal

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2006

Empfohlene Zitierweise

Jiří Sehnal, Art. „Sieber, Johann David“ (15.5.2006), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x000fd20b (abgerufen am )

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