Privater Musiktheorie-Schüler von Alban Berg (1927–35) und A. v. Webern (1936–38); studierte Musikwissenschaft an der Univ. Wien bei R. Lach, Al. Orel und R. Haas (Dr. 1934). Ab 1920 als Schriftsteller und Musikkritiker in Wien tätig; 1932–37 Gründer und Herausgeber der Zeitschrift für Neue Musik 23 – eine Wiener Musikzeitschrift (die Zahl bezieht sich auf den Berichtigungsparagraphen des österreichischen Pressegesetzes), Mitarbeiter der Fackel von K. Kraus. 1938 Emigration (Exil) in die Schweiz, bis 1947 Musikkritiker in Basel, daneben Opernregisseur am Teatro San Carlo in Neapel/I und am Basler Stadttheater; ab 1947 Mitarbeit bei der Neuen Zürcher Zeitung und der Schweizerischen Musikzeitung; lehrte 1959–70 an der Technischen Hochschule Zürich (1967 Prof.); ab 1961 Schweizer Bürger. R. setzte sich v. a. für die Zweite Wiener Schule ein, zu seinen Hauptarbeiten zählen die beiden Berg-Biographien sowie das Schönberg-Buch. R. verfasste eine Reihe weiterer Biographien mit einem hohen Anteil an Komponisten-Selbstzeugnissen.
Ehrungen
- Prof.-Titel 1967
Schriften
- A Guide to Alban Berg’s Opera Wozzeck1931 (NA in MQ 38 [1952])
- Padre Martini als Theoretiker und Lehrer,Diss. Wien 1934
- Alban Berg: mit Bergs eigenen Schriften und Beiträgen von Theodor Wiesengrund-Adorno und Ernst Křenek 1937
- Musik in romantischer Schau, 2 Bde. 1946/47
- Romantiker der Musik: Schubert
- Weber, Berlioz, Chopin, Mendelssohn, Schumann, Liszt: ihr Leben und Schaffen in kurzen Biographien 1947
- Goethe u. die Musik 1949
- Musik in unserer Zeit 1955
- (Hg.), A. von Webern, Wege zur neuen Musik1960 (21963 als Der Weg zur neuen Musik; engl. 1963)
- Alexander Tscherepnin 1961
- Alban Berg: Leben und Werk 1963 (engl. 1965)
- R. Strauss 1967
- A. Schönberg oder Der konservative Revolutionär1968 (engl. als Schoenberg. A Critical Biography 1971)
- dokumentarische Biographien über Béla Bartók, L. v. Beethoven, Alban Berg, J. Brahms, A. Bruckner, F. Chopin, Johann Wolfgang von Goethe, J. Haydn, Arthur Honegger, G. Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy, W. A. Mozart, H. G. Nägeli, A. Schönberg, Fr. Schubert, R. Schumann, Joh. Strauss Sohn, Rich. Wagner, A. Webern, H. Wolf, Carl Friedrich Zelter
Literatur
- NGroveD 21 (2001)
- MGG 11 (1963)
- Biogr. Hb. der dtspr. Emigration 1983
- Kurier 6.5.1980
- ÖMZ 35 (1980)
- Riemann 1961 u. 1975
- Orpheus im Exil 1995
- ÖL 1995
- F-A 1936 u. 1978
- Slg. Moißl
Autorin
- Barbara Boisits
Letzte inhaltliche Änderung
15.5.2005Empfohlene Zitierweise
Barbara Boisits, Art. „Reich, Willi (Wilhelm)“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001deb9 (abgerufen am )
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