Pasqualati von Osterberg, Amalia Freifrau von (geb. v. Vogel, Pseud. A. Z., Amalia Zwerbi)

* 19.5.1818 Wien, † 18.3.1903 Wien

Schauspielerin, Tänzerin, Theaterleiterin

Vor ihrer Ehe als Tänzerin und Schauspielerin (u. a. am Theater in der Josefstadt) tätig, errichtete sie nach ihrer Heirat (1839) mit dem Militärbeamten Johann Baptist Frh. P. v. O. (1811–76) und mit dessen Hilfe 1841 im Palais Schönborn (Wien VIII) ein Liebhabertheater, in dem bis 1862 v. a. Schauspiele (Lustspiele und Possen, besonders von August v. Kotzebue, aber auch von F. Raimund und J. Nestroy), manchmal auch Operetten (z. B. von J. Offenbach) und Opern aufgeführt wurden, sowie eine Theaterschule. P. spielte darin meist die Hauptrolle, unterstützt von adeligen und bürgerlichen Laien- sowie Berufsschauspielern (darunter auch F. v. Jauner in seinen Anfängen). 1866 ließ sie das Harmonietheater (später Orpheum) in Wien IX erbauen, dessen Leitung sie bis 1867 innehatte, und engagierte C. Millöcker und K. F. Kohn als Kapellmeister und Komponisten. U. a. übernahm hier Ludwig Anzengruber, dessen erste Werke hier aufgeführt wurden, kleinere Rollen.

P.s Ehemann war der Sohn von Johann Baptist v. P.-O. (* 1777, † 30.4.1830 Wien), in dessen Haus (P.haus, Wien I, Mölkerbastei 8) L. v. Beethoven zw. 1804/15 öfter wohnte. Ab 1993 gab Michael Nagy die Reihe Vom P.haus heraus, in der Beiträge zum Wiener Musikleben veröffentlicht wurden.

Werke

Dramen, Posse Wie man Leben ins Haus bringt (M: C. Millöcker).

Literatur

  • ÖBL 7 (1978)
  • Czeike 4 (1995) [A. P., P.haus, P.theater]
  • Wurzbach 21 (1870) [Joseph P.]
  • Wr. Ztg. 5.5.1830, 524

Autorin

  • Barbara Boisits

Letzte inhaltliche Änderung

15.5.2005

Empfohlene Zitierweise

Barbara Boisits, Art. „Pasqualati von Osterberg, Amalia Freifrau von (geb. v. Vogel, Pseud. A. Z., Amalia Zwerbi)“ (15.5.2005), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dc60 (abgerufen am )

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