Naumann, Johann Gottlieb

* 17.4.1741 Blasewitz bei Dresden/D, † 23.10.1801 Dresden

Komponist und Kapellmeister

Nach Musikunterricht in Dresden reiste er 1757 nach Italien, wo er 1762 in Bologna von G. B. Martini und in Venedig von J. A. Hasse gefördert wurde. Nach seinem Debüt als Opernkomponist wurde er 1764 in Dresden 2. Kirchenkompositeur, dann Kammerkomponist und 1776 Kapellmeister. Dazwischen lagen mehrere erfolgreiche Italien-Aufenthalte (1765–68 und 1772–74). 1777 erhielt N. durch Kg. Gustav III. eine Berufung nach Stockholm, wo er 1785/86 die schwedische „Nationaloper“ Gustaf Wasa komponierte. In dieser Zeit war er auch in Kopenhagen zu Gast, um die dortige Kapelle zu reorganisieren. Seine ab 1786 kontinuierliche Tätigkeit in Dresden wurde nur 1788/89 von einer Reise nach Berlin unterbrochen. Gewirkt hat N. durch sein Vater Unser (1798, nach Friedrich Gottlieb Klopstock) und die Harmonisierung des Dresdner Amen. 1780 führte J. Haydn N.s Oper Le nozze disturbate in Eszterháza auf. N.s Enkel Emil (* 8.9.1827 Berlin, † 23.6.1888 Dresden) und Karl Ernst (* 15.8.1832 Freiberg/D, † 15.12.1910 Jena/D) waren Komponisten und Musikschriftsteller. Emils Schwester Ida (verh. Becker, * ca. 1830 [Ort?], † 1897 Berlin) war Sängerin und Liederkomponistin.

Werke

Opern (Cora och Alonzo 1778; Gustaf Wasa 1786; La dama soldato 1791; Aci e Galatea 1801); Oratorien u. a. Kirchenmusik, Kantaten, Gesänge; Instrumentalmusik (Klavierkonzert, Sonaten f. Glasharmonika).

Literatur

  • NGroveD 17 (2001) [mit WV]
  • MGG 9 (1961) [mit WV]
  • Riemann 1961 u. 1975
  • Ulrich 1997
  • MGÖ 2 (1995)

Abbildungen

Autor

  • Alexander Rausch

Letzte inhaltliche Änderung

16.5.2004

Empfohlene Zitierweise

Alexander Rausch, Art. „Naumann, Johann Gottlieb“ (16.5.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001dae1 (abgerufen am )

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