Musiklehranstalt am Theater an der Wien

Ehemalige Wiener MSch. mit Schwerpunkt auf Ausbildung für den Theaterdienst.

Bereits am 21.2.1821 erhielt F. v. Pálffy-Erdőd ein Regierungsdekret zur Eröffnung einer dem Theater an der Wien angeschlossenen MSch., deren Räumlichkeiten sich im Hintergebäude des Theaters befanden. Ziel war es, Nachwuchs für den theatereigenen Spielbetrieb heranzubilden. Der Lehrbetrieb wurde am 2.8.1821 (nach anderen Quellen am 1.9.1821) aufgenommen. Leiter war der am Theater als Chordirektor und Regisseur tätige L. Schwarzböck. Unterrichtet wurden Knaben im Alter von acht bis zehn Jahren im Gesang, in Violine, Viola und Violoncello sowie im Klavierspiel und Generalbass und in der italienischen Sprache. Am Ende des Schuljahrs fanden öffentliche Prüfungen statt, 1822 im Beisein von A. Salieri, J. Weigl, A. Gyrowetz und I. v. Seyfried, 1823 weilte J. Eybler der Prüfung bei. Die besten Schüler wurden mit Silbermedaillen prämiert. Als Lehrer wirkten an der MSch. neben Schwarzböck (Generalbass) noch M. Rieder (Gesang), M. Leitermayer (Violine), P. L. Mašek (Klavier) und Carl Gansmüller (italienische Sprache). Als Schüler sind F. S. Hölzl und K. Stein überliefert. Die Schule wurde 1824 infolge der finanziellen Schwierigkeiten, in denen sich das Theater bzw. Graf Pálffy-Erdőd befand, geschlossen. Erst ab 1827 führte sie L. Schwarzböck kurzzeitig indirekt privat weiter, das Genehmigungsdekret von 1821 findet noch 1852 Erwähnung (als Singschule am Theater an der Wien).

Literatur

Autor

  • Christian Fastl

Letzte inhaltliche Änderung

15.7.2019

Empfohlene Zitierweise

Christian Fastl, Art. „Musiklehranstalt am Theater an der Wien“ (15.7.2019), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x003ac732 (abgerufen am )

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