Der Sohn eines Wiener Beamten besuchte in Wien das Piaristengymnasium und dessen Gesangschule sowie bis 1827 die Musiklehranstalt am Theater an der Wien (Ausbildung in Gesang, Violine, Violoncello, Klavier, Generalbass), war dort und in der Hofoper Chorist und vollendete schließlich seine musikalischen Studien bei E. Kessler und I. v. Seyfried. Freundschaft mit F. Schubert und Nikolaus Lenau. 1830/31 Musikmeister bei Fürst Heinrich Lubomirsky in Polen. Nach Wien zurückgekehrt, wurde er ein gesuchter Pädagoge (um 1838 Generalbasslehrer am Verein zur Beförderung echter Kirchenmusik). Aus seiner Freundschaft mit J. N. Vogl gingen einige Liedvertonungen hervor. Im Juni 1842 ging er als Direktor des Musikvereins nach Innsbruck, wo er die erste Liedertafel (Männergesang) gründete. Im August 1843 wurde H. Domkapellmeister in Fünfkirchen. 1883 schenkte er eine sich in seinem Besitz befindliche Haarlocke L. v. Beethovens, den er persönlich gekannt hatte und in dessen Akademien er mitgewirkt hatte, dem MGV Fünfkirchen.
Ehrungen
- Ehrenmitglied u. a. des Innsbrucker Musikvereins, des Dommusikvereins und Mozarteums in Salzburg, des Wiener Chorregenten-Vereins und verschiedener Gesangvereine
- Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft 1852
Werke
Kirchenmusik (u. a. Oratorium Noah [T: Anton v. Perger, UA 23.5.1841 Wien], zahlreiche Messen, Graduale und Offertorien, Requiem- u. Te Deum-Vertonungen); Oper Die Colonna 1847 (nicht aufgeführt); Orchesterwerke (Ouvertüren, Symphonie); Kammermusik (Streichquartette, Quintette, Sonaten für V. u. Kl.); Klaviermusik; Chöre u. Lieder.
Literatur
- Wurzbach 9 (1863)
- F-A 1936
- Der Humorist 27.7.1838, 476, 17.4.1840, 312
- Der Adler 29.5.1841, 330
- Dt. Kunst- & Musik-Ztg. 3.9.1884, [431]
- Neue Wr. Musik-Ztg. 11.5.1854, 80
- Sonntagsbll. 19.6.1842, 447
- Oesterreichisches Morgenbl. 17.4.1837, [191]
- NFP 5.7.1883, 4, 7.7.1883, 7
Abbildungen
Autor:innen
- Uwe Harten
- Monika Kornberger
Letzte inhaltliche Änderung
27.2.2020Empfohlene Zitierweise
Uwe Harten, Monika Kornberger, Art. „Hölzl, Franz Seraphin Thomas“ (27.2.2020), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d1a7 (abgerufen am )
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