Nach Unterricht bei seinem Vater Johann Michael (* 1733) begann er als wandernder Geigenvirtuose und ließ sich Ende der 1780er Jahre in Wien nieder. 1796/97 ist er als Orchesterdirektor in Venedig greifbar; nach Wien zurückgekehrt, wurde er Beamter im Kriegskommissariat (1798–1831), war aber weiterhin viel auf Reisen; begann seine gitarristische Tätigkeit und studierte 1803/04 bei Abbè Vogler. Nach seiner Pensionierung widmete er sich ausschließlich der Musik, v. a. als Sammler und Forscher (befreundet u. a. mit R. G. Kiesewetter), nicht zuletzt aber als Veranstalter von Instrumental-Akademien 1832–42 in seinem Hause. M. gilt daher nicht nur als hervorragendster Vertreter der Gitarristik vor M. Giuliani in Wien, sondern ist als ein bedeutender Vertreter des Historismus anzusehen.
Werke
Orchestermusik, Violinkonzerte, Klaviermusik, Lieder, Sonaten f. Git. u. a. Instrumente (NA hg. v. J. Zuth in Alt-Wr. Gitarrenmusik, 6 H.e 1920–24).
Schriften
- (gem. m. R. Klinger [eig. Wilhelm Klingenbrunner]) Versuch einer vollständigen methodischen Anleitung zum Gitarre spielen (Wien 1799)
- musikhistorische Aufzeichnungen und Beispielsammlung (Mss. in ÖNB)
Literatur
- ÖBL 6 (1975)
- NDB 17 (1994)
- J. Zuth, S. M. und die Wr. Gitarristik um 1800 , 1920
- H. Kier, Raphael Georg Kiesewetter, 1773–1850. Wegbereiter des musikal. Historismus 1968
- Zuth 1926
Abbildungen
Autor
- Rudolf Flotzinger
Letzte inhaltliche Änderung
14.3.2004Empfohlene Zitierweise
Rudolf Flotzinger, Art. „Molitor, Alois Franz Simon Joseph“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9ef (abgerufen am )
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