Molique, Wilhelm Bernhard

* 7.10.1802 Nürnberg/D, † 10.5.1869 Cannstatt (heute Stuttgart-Cannstatt/D)

Violinvirtuose, Dirigent, Komponist, Lehrer

Erste Auftritte mit 6 Jahren. 1815 erhielt er kurzzeitig Unterricht bei L. Spohr, 1816 studierte er in München bei P. Rovelli. Am 28.12.1817 trat er erstmals in Wien auf und erhielt kurz darauf eine Orchesterstelle im Theater an der Wien. 1820 wurde M. als Nachfolger Rovellis Hofkonzertmeister in München, 1826–49 wirkte er als königlicher Musikdirektor und Konzertmeister sowie als Lehrer und Komponist in Stuttgart/D. Konzertreisen führten ihn bis nach Russland. In Wien präsentierte sich M. 1845 auch als Streichquartettspieler. 1849 übersiedelte er nach London (ab 1861 Prof. für Komposition an der Royal Academy of Music), wo er 1866 seine Karriere beendete. Der von bedeutenden Komponisten seiner Zeit gerühmte Virtuose vertrat die klassizistische Richtung, stand der Neudeutschen Schule völlig fern. Seine Violinkonzerte, das von Hugo Riemann geschätzte Violoncellokonzert, die von J. Joachim und H. v. Bülow oft gespielten Kammermusikwerke erzielten lange Zeit Erfolge. M. war verheiratet mit der in München und Stuttgart tätigen Schauspielerin Marie M., geb. Wanney (* ca. 1810 [Ort?], † 26.10.1882 Cannstatt).

Werke

Oratorium Abraham 1860, 2 Messen, 2 Kantaten; Orchesterwerke (u. a. 6 Violinkonzerte, Violoncellokonzert); Kammermusik (u. a. 8 Streichquartette); Lieder.

Literatur

  • NGroveD 16 (2001)
  • MGG 9 (1961)
  • Riemann 1961 u. 1975
  • Ulrich 1997
  • Mendel-R. 7 (1877)
  • Kosch 2 (1960) [Marie M.]
  • MGÖ 2 (1995)

Abbildungen

Autor

  • Uwe Harten

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Uwe Harten, Art. „Molique, Wilhelm Bernhard“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d9ee (abgerufen am )

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