Maessins, Pieter (Maessens, Petrus Massenus Moderatus)

* ca. 1505 Gent/B, † 10.12.1562 Benfeld, Elsass (heute F)

Soldat, Komponist, Hofkapellmeister, Autor

M. sang als Kapellknabe in der Kantorei der niederländischen Statthalterin Margarete v. Österreich, schlug nach dem Studium die Militärlaufbahn im Dienste K. Karls V. ein und wirkte 1540–43 als Kapellmeister an Notre-Dame zu Kortrijk/B. 1543 wurde er zum Vize-Kapellmeister, 1546 als Nachfolger Arnold v. Brucks zum Hofkapellmeister Ferdinands I. ernannt. M. starb bei einem Unfall auf der Rückreise aus Frankfurt a. M./D. Die Leitung der Hofmusikkapelle übernahm darauf der Niederländer J. Castileti. Durch das wiederholte Engagement von Musikern seiner Heimat förderte M. nachhaltig die Verbreitung franko-flämischer Musik an den Habsburgerhöfen der österreichischen Erblande. Nur gedruckte Werke des Komponisten sind erhalten geblieben, darunter einige Kompositionen in kompliziert verschlüsselter Notation (Kanons), z. T. mit Widmungen an verschiedene Mitglieder der Herrscherfamilie.

Ehrungen

  • Bürgerrecht der Stadt Wien 1554
  • Nobilitierung 1562

Werke

2 weltliche u. 14 geistliche Motetten (s.Tbsp.; darunter 3 zweifelhafte) (DTÖ 149 [1995]).

Schriften

Literatur

Hörbeispiele

Autor

  • Martin Eybl

Letzte inhaltliche Änderung

4.9.2024

Empfohlene Zitierweise

Martin Eybl, Art. „Maessins, Pieter (Maessens, Petrus Massenus Moderatus)“ (4.9.2024), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d85d (abgerufen am )

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