Losch, Tilly (eig. Ethel)

* 15.11.1903 Wien, † 24.12.1975 New York/USA

Tänzerin, Choreographin, Filmschauspielerin und Malerin

Ausgebildet an der Ballettschule der Wiener Hofoper, seit 1918 Mitglied des Wiener Staatsopernballetts, avancierte L. 1924 zur Solotänzerin. Prinzessin Teeblüte in H. Kröllers Schlagobers (1924, M: R. Strauss) und die Titelrolle in Kröllers Das Lockende Phantom (1927, M: F. Salmhofer) waren die wichtigsten Rollenkreationen für die Wiener Staatsoper. Schönheit, mondäne Ausstrahlung, dazu das Vermögen, ihre klassische Ausbildung durch aktuelle moderne Körpertechniken zu erweitern, wurden zur Basis der bedeutenden Karriere L.s, die sich ab 1927 ausschließlich außerhalb Wiens abspielte. Nachdem sie sich als Choreographin (Ein Sommernachtstraum 1927), darüber hinaus aber zur wesentlichsten Tänzerin der Salzburger Festspiele (wichtigste Rolle: Prinzessin Fay-yen in Die grüne Flöte 1925) etablieren konnte, gelang es L., sowohl in den USA (als Partnerin von H. Kreutzberg 1928 ebenso wie von Fred Astaire, The Band Wagon 1931) wie in London (zuerst in Noël Cowards This Year of Grace 1928) Fuß zu fassen. 1933 wurde sie die führende Ballerina von Les Ballets 1933. Choreograph des von L.s damaligem Ehemann Edward James finanzierten Ensembles war George Balanchine. Wichtigste Rollenkreation war die Anna II in Bert Brecht/K. Weills Die sieben Todsünden der Kleinbürger. Nach Rollen in den Hollywoodfilmen The Garden of Allah (1936), The Good Earth (1937) und Duel in the Sun (1946) wandte sich L. der Malerei zu.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Gunhild Oberzaucher-Schüller

Letzte inhaltliche Änderung

25.7.2017

Empfohlene Zitierweise

Gunhild Oberzaucher-Schüller, Art. „Losch, Tilly (eig. Ethel)“ (25.7.2017), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d800 (abgerufen am )

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