Kröller, Heinrich

* 25.7.1880 München/D, † 25.7.1930 Würzburg/D

Tänzer, Ballettmeister und Choreograph

K. studierte an der Ballettschule der Münchner Oper, darüber hinaus in Paris bei Carlotta Zambelli und Léo Staats. Als Solist tanzte er in München und Dresden/D. Über Frankfurt ging er 1917 als Ballettmeister nach München, 1919–22 wirkte er in derselben Position in Berlin, 1923–28 in Wien.

Offenbar beeinflusst von den Balletts Russes, pflegte K. nicht nur als einer der wenigen deutschen klassischen Choreographen deren Repertoire, sondern fand auch, vornehmlich den Reformbestrebungen Michail Fokins folgend, einen Weg, mit dem er sich überaus erfolgreich gegen den von außen kommenden Einfluss des Freien Tanzes in großen Opernhäusern, insbesondere von Wien und München, behaupten konnte. Nicht unerheblich an seinem Erfolg an diesen Häusern war die Omnipräsenz von R. Strauss. Seine Ballette hob K. entweder aus der Taufe (Couperin-Suite, Wien 1923, und Schlagobers, Wien 1924) oder er erstellte wie im Falle der Josephs Legende (erstmals 1921 in Berlin, dann München, Leipzig, Prag und Wien) eine Version, die sich im Spielplan behaupten konnte. Weitere wichtige Choreographien K.s waren: Don Juan (M: Ch. W. Gluck, Wien 1924), Die Ruinen von Athen (M: L. v. Beethoven, Wien 1924) sowie seine Versionen zu Balletten mit Musik von Belá Bartók, Igor Strawinski, E. Krenek und Arthur Honegger in München und Wien.

Literatur

Abbildungen

Autorin

  • Gunhild Oberzaucher-Schüller

Letzte inhaltliche Änderung

14.3.2004

Empfohlene Zitierweise

Gunhild Oberzaucher-Schüller, Art. „Kröller, Heinrich“ (14.3.2004), in: Österreichisches Musiklexikon, begr. von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits, https://dx.doi.org/10.1553/0x0001d630 (abgerufen am )

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